Ob Architektur, Musik oder Werbung - die Kultur- und Kreativwirtschaft ist eine vielfältige Branche. Ihr gehören sowohl freiberuflich arbeitende Künstler und Kulturschaffende als auch Kleinstunternehmerinnen und -unternehmer wie Kunsthändler, Agenten und Galeristen an.

Um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu steigern, hat die Bundesregierung die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft gestartet. Koordiniert wird die Initiative vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Beteiligt sind außerdem u. a. das Auswärtige Amt, das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, das Bundesministerium der Finanzen, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Zusammenarbeit der Ministerien soll gewährleisten, dass sich die Zuständigkeiten einzelner Ressorts - zum Beispiel für Urheberrecht, Steuern oder soziale Sicherung - im Sinne der gemeinsamen Sache verbinden. Die Umsetzung der Initiative wird von den Bundesländern, den Verbänden und zahlreichen einzelnen Akteuren unterstützt.

Die Ziele

Ziel der Initiative ist, die Wettbewerbsfähigkeit der Kultur- und Kreativwirtschaft zu stärken und das Arbeitsplatzpotenzial noch weiter auszuschöpfen. Darüber hinaus sollen die Erwerbschancen innovativer kleiner Kulturbetriebe sowie freischaffender Künstlerinnen und Künstler verbessert werden. Das bedeutet im Einzelnen:

  1. die Kultur- und Kreativwirtschaft als eigenständiges Wirtschaftsfeld und als Wachstumsbranche zu etablieren und deren Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
  2. das volkswirtschaftliche Monitoring fortzuführen und einen jährlichen Überblick darüber zu gewinnen, wie sich die Kultur und Kreativwirtschaft entwickelt.
  3. den begonnenen Dialog hinsichtlich der Strukturen, Herausforderungen, Entwicklungslinien und Bedarfe der einzelnen Teilmärkte fortzusetzen.
  4. die wirtschaftliche Vernetzung innerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft zu verbessern
  5. ein Netzwerk für die Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft aufzubauen, um u.a. über Fördermöglichkeiten zu informieren und insbesondere die Gründerinnen und Gründer in der Gründungsphase zu qualifizieren.
  6. die wirtschafts- und technologiepolitischen Programme zu überprüfen und ggf. anzupassen, um vermehrt Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft in ihrer Entwicklung fördern zu können.
  7. den Zugang zu Fremdkapital insbesondere für Freiberufler sowie kleine Kulturwirtschaftsunternehmen zu erleichtern
  8. den Zugang zu Programmen der Außenwirtschaftsförderung zu verbessern, um das Potenzial der inländischen Kultur- und Kreativwirtschaft im Ausland noch stärker als bisher zu präsentieren.
  9. die Künstlersozialversicherung zu erhalten und weiter zu stabilisieren
  10. den Rahmen für digitalen Urheberschutz fortzuentwickeln, um die Balance zwischen Urhebern und Nutzern wieder herzustellen.

Die vielfältigen Aktivitäten der Initiative gemäß der einzelnen Zielsetzungen enthält der Initiativen-Zeitstrahl.

Die Umsetzung

Ein zentrales Element der Initiative ist das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. Damit gibt es für den Wirtschaftszweig auf Bundesebene erstmalig eine eigene Plattform. Das Kompetenzzentrum wird mit seinen vielfältigen Angeboten seine Impulsfunktion für die Leitthemen der Kultur- und Kreativwirtschaft weiter ausbauen.

Das Internetportal der Initiative bietet darüber hinaus Freiberuflern und Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft Informationen zu Wirtschafts- und Rechtsfragen, zeigt Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten auf und informiert über aktuelle Ausschreibungen.

Branchenhearings und -gespräche mit den relevanten Akteuren, das jährliche Monitoring zur Branchenentwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie der Wettbewerb "Kultur- und Kreativpiloten Deutschland", mit dem besonders kreative und innovative Geschäftsideen ausgezeichnet werden, sind weitere Maßnahmen mit denen die Initiative ihr Ziel, der Branche "Gewicht und Gewicht" zu geben, verfolgt.

Neue Impulse auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene

Mittlerweile nimmt die Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft im öffentlichen Diskurs einen immer größeren Raum ein und schlägt sich auch auf politischer Ebene nieder. Bund und Ländern ist es in den vergangenen Jahren gemeinsam gelungen, eine einheitliche Definition der Kultur- und Kreativwirtschaft auf den Weg zu bringen. Die übergeordnete Bedeutung der Branche wurde nachgewiesen und erfolgreiche Impulse wurden gesetzt: Auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene sind Initiativen, Programme und spezielle Angebote für die Kultur- und Kreativbranche entstanden.

Auch die Europäische Kommission widmete sich in ihrem im Jahr 2010 vorgelegten "Europäischen Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit" erstmals ausführlich dem Thema Kultur- und Kreativwirtschaft und der bedeutenden Rolle der Branche für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung. In Anlehnung an den Bericht wurden verschiedene Aktionen auf europäischer Ebene angestoßen, u.a. vom Europäischen Rat, dem Europäischen Parlament und den Generaldirektionen Bildung und Kultur sowie Unternehmen und Industrie der EU-Kommission.