In dem jährlichen Monitoringbericht zur Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft werden diejenigen Kultur- und Kreativunternehmen erfasst, die erwerbswirtschaftlich orientiert sind. Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten oder Einrichtungen in der Trägerschaft von Ländern oder Kommunen (Theater, Veranstaltungsstätten usw.), werden nicht berücksichtigt.

Umsatzwachstum, aber große Unterschiede in den Teilmärkten

Mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate in Höhe von 1,8 Prozent für den Zeitraum 2011 bis 2016 ist die Umsatzentwicklung in der Kultur- und Kreativwirtschaft auch längerfristig positiv. Allerdings fällt die Entwicklung in den einzelnen Teilmärkten recht unterschiedlich aus. Positiv haben sich insbesondere die Musikindustrie (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate 5,5 Prozent), die Rundfunkwirtschaft (4,8 Prozent), die Software-/Games-Industrie (4,7 Prozent) und der Markt für darstellende Künste (4,5 Prozent) entwickelt. Ebenfalls positive Wachstumswerte zwischen 3,8 und 0,7 Prozent erzielen der Architekturmarkt, die Filmwirtschaft, der Werbemarkt und die Designwirtschaft. Der Pressemarkt, der Buchmarkt und der Kunstmarkt verzeichnen negative jährliche Wachstumsraten in Höhe von -0,8, -1,1 und -1,6 Prozent.

Zahl der Kultur- und Kreativunternehmen steigt moderat an

Im Zeitraum 2011 bis 2016 ist die Zahl der Kultur- und Kreativunternehmen um durchschnittlich 0,7 Prozent pro Jahr gewachsen. Überdurchschnittlich hoch waren die Zunahmen in der Software- /Games- Industrie mit 4,4 Prozent, im Markt für darstellende Künste mit einem durchschnittlichen Wachstum der Unternehmensanzahl von 3,2 Prozent und in der Designwirtschaft mit 2,3 Prozent. Alle anderen Teilmärkte bewegen sich unterhalb der branchendurchschnittlichen Entwicklung von 0,7 Prozent, im Architekturmarkt, im Pressemarkt, im Kunstmarkt und insbesondere im Werbemarkt nahm die Zahl der Unternehmen hingegen ab.

Stetige Zunahme der Erwerbstätigkeit

Die Zahl der Selbständigen und sozialversicherungspflichtig Beschäftigten konnte zwischen 2011 und 2016 durchschnittlich um 2,7 Prozent im Jahr zulegen. Die Zahl der Erwerbstätigen hat insbesondere in der Software-/Games-Industrie (jährlich plus 7,2 Prozent) und im Markt für darstellende Künste (plus 4,1 Prozent) zugenommen. Abgenommen haben die Erwerbstätigenzahlen in den Teilmärkten Presse-, Kunst- und Buchmarkt.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter auf dem Vormarsch

Die positive Entwicklung der Erwerbstätigkeit spiegelt sich insbesondere in der Zunahme abhängiger bzw. sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse sind in der Kultur- und Kreativwirtschaft stärker gewachsen als dies in der Gesamtwirtschaft der Fall ist. In 2016 stieg die Zahl der Beschäftigten mit sozialversicherungspflichtigen Jobs in der Kultur- und Kreativwirtschaft um 3,5 Prozent, in der Gesamtwirtschaft nur um 2,0 Prozent. Gleichzeitig ging die Zahl der geringfügig Beschäftigten im Beobachtungszeitraum zurück, d.h. es gab generell eine Verschiebung hin zu mehr regulärer Beschäftigung.

Gründungsaktivität wieder leicht ansteigend

Die Anzahl an Neugründungen stieg 2016 im Vergleich zum Vorjahr leicht an. Damit wurde eine sechsjährige Periode rückläufiger Gründungsaktivitäten in der Branche beendet. Insbesondere im Architekturmarkt konnte die Zahl der Gründungen deutlich zulegen, aber auch die Designwirtschaft, der Werbemarkt, der Kunstmarkt und die Rundfunkwirtschaft vermelden eine positive Entwicklung. Betrachtet man die längerfristige Gründungsdynamik, unterscheidet sich diese deutlich nach Teilmärkten. Der einzige Teilmarkt, in dem die Gründungstätigkeit zugenommen hat, ist die Software- und Games-Industrie. Hier wurden 2016 um 34 Prozent mehr Unternehmen gegründet als noch 2006.

Quelle: BMWi (2017), Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft 2017. Kurzfassung. Berlin