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9.6.2010

Rückblick: Netzwerker.Treffen Bremen, Niedersachsen am 27. Mai 2010 im Werkhof Hannover

Marktplatz Kultur & Kreativwirtschaft - Netzwerker.Treffen Bremen, Niedersachsen am 27. Mai 2010 im Werkhof Hannover

Rund 150 Besucherinnen und Besucher füllten den "Werkhof" in Hannover beim dritten Netzwerker.Treffen der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft. Vertreterinnen und Vertreter von Kammern, Wirtschaftsförderung und kulturellen Initiativen, Landtagsabgeordnete und Medienvertreter sowie Kreative und Kulturschaffende wollten sich über das Angebot des Regionalbüros Bremen, Niedersachsen informieren. Begrüßt wurden sie von Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel, Abteilungsleiterin beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und von Dr. Oliver Liersch, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, sowie Dr. Heiner Heseler, Staatsrat beim Senator für Wirtschaft und Häfen in Bremen.


Regionalbüro Bremen, Niedersachsen

An bereits bestehende Angebote und Projekte im Bereich Kultur- und Kreativwirtschaft in den Ländern will das Regionalbüro Bremen, Niedersachsen anknüpfen. "Die Kontaktaufnahme und die Vernetzung der Akteure der Kreativbranchen in der Region sind ein Schwerpunkt meiner Arbeit", so Tania Breyer, Ansprechpartnerin im neu eingerichteten Regionalbüro mit Hauptsitz in Hannover. "Das ist wegen der Heterogenität und kleinteiligen Struktur nicht immer einfach, aber die große Nachfrage zeigt, dass das Angebot gut angenommen wird." Die Regionalbüros bieten Orientierungsberatung an, denn: "Viele Kreative fühlen sich von bestehenden Angeboten nicht angesprochen. Da braucht es so etwas wie eine Übersetzungsfunktion. Die biete ich in persönlichen Gesprächen vor Ort: unentgeltlich und in Kooperation mit den vorhandenen Angeboten". Vor Ort, das heißt zum Beispiel in Braunschweig, Bremen, Hannover, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück - weitere Sprechtagorte sind nicht ausgeschlossen. Vor Ort heißt auch: da wo sich die Szene trifft. Und da kennt sich Tania Breyer mit ihren Erfahrungen als Schauspielerin und Kulturmanagerin bestens aus.


Podiumsdiskussion
Kultur- und Kreativwirtschaft: Erfolgreich.Kreativ.Wirtschaften

Unter diesem Titel stand die anschließende Podiumsdiskussion, die mit einem Impulsreferat von Christoph Backes, Geschäftsführer der IDEENLOTSEN in Bremen, eingeleitet wurde. Darin wies er u.a. auf drei besondere Aspekte der Kultur- und Kreativwirtschaft hin.

  • Erstens, die diversen "Übergänge", denen sich diese Branche gegenüber sieht: zwischen Kultur und Wirtschaft, zwischen Kulturmanagement und Kulturunternehmen, zwischen (Kultur-)Industrie und Creative Industries, zwischen Groß- und Klein(unternehmen);
  • Zweitens, die Bedeutung von Erwerb und Anwendung von Wissen: "Üben, Üben, Üben" gilt für die Akteure der Branche;
  • Und drittens: die vielen "Überraschungen", die die neuen Ideen, Projekte und Angebote in der Kultur- und Kreativwirtschaft mit sich bringen und noch bringen werden.

Wer mit Kunst und Kultur Geld verdienen will, braucht kaufmännisches bzw. betriebswirtschaftliches Wissen. Darin waren sich die Teilnehmer der anschließenden Diskussion einig. "Künstlerinnen und Künstler brauchen unbedingt unternehmerische Fähigkeiten. Sie sind Kleinunternehmer und da ist es wichtig zu wissen, wie sie ihren Betrieb organisieren sollten", so Dr. Annette Schwandner, Abteilungsleiterin im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Mit ihrer Forderung traf sie damit bei Martin Kleemann von Artist Station Records, einer Agentur für Bands und Künstler in Hannover, auf offene Ohren. Artist Station Records schult Musikerinnen und Musiker anhand von Businessfragen, etwa dazu wie ein Musiklabel funktioniert. Damit würde der Blick auf die Realität geschärft, so Kleemann. Und Barbara Straka, Präsidentin der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, forderte, dass Hochschulen nicht länger Schonraum, sondern Übungsraum für eine spätere berufliche Selbständigkeit sein sollten. Erfahrungen aus der Praxis brachte Beate Hoffmann vom bremer medienbüro, einem Zusammenschluss von Journalisten, Textern, Korrespondenten und Medienschaffenden, mit in die Runde ein. Sie wies auf die große Bedeutung einer guten Kundenansprache und die noch größere Bedeutung von Netzwerken in der Branche hin. Auch Gemeinschaftsbüros, wie das bremer medienbüro, können für viele Einzelkämpfer einen unschätzbaren Vorteil bieten: neben dem Informationsaustausch, beispielsweise über potentielle Auftraggeber, auch den Fakt, dass eventuell größerer Projekte gemeinsam realisiert werden können.



PDF-Download (extern)

Kulturwirtschaftsbericht für Bremen (PDF: 71 KB)
Mitteilung des Senats v. 16. Februar 2010. Drucksache 17/1165

Erwerbssituation, Kompetenz- und Qualifizierungsbedarf aus der Sicht von Akteuren der Kultur- und Kreativwirtschaft in Bremen (PDF: 1,87 MB)
Eine Erhebung im Auftrag der Arbeitnehmerkammer Bremen. 2009

Kulturwirtschaftsbericht Niedersachsen 2007. Ein ökonomischer Blick auf den Kultur- und Musiksektor. (PDF: 1,1 MB)
ICG culturplan im Auftrag der Niedersächsischen Ministerien für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und Wissenschaft und Kultur. 2007

Downloads

Kultur- und Kreativität unternehmen!!!

Impulsreferat (ppt) von Christoph Backes, IDEENLOTSEN, Bremen 27. Mai 2010 im Werkhof Hannover PDF: 5,1 MB