Direktlink:
Inhalt; Accesskey: 2 | Hauptnavigation; Accesskey: 3 | Servicenavigation; Accesskey: 4
23.9.2016

Internationale wissenschaftliche Konferenz zur Kultur- und Kreativwirtschaft 2016

23. September 2016 in Berlin

Welche Konzepte zur Kultur- und Kreativwirtschaft gibt es aktuell auf internationaler Ebene und welche Erkenntnisse kann die Fachgemeinschaft in Deutschland daraus gewinnen? Welche Ansätze bieten sich, um die eigenständige Innovationsrolle des Wirtschaftszweiges zu verdeutlichen? Und: Ist es möglich, im Rahmen kreativer Produktionsprozesse innovativ zu sein oder bleibt dies allein Technologieunternehmen überlassen?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt der internationalen Fachkonferenz, zu der das Kompetenzzentrum der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung am 23. September 2016 in das Bundeswirtschaftsministerium geladen hatte. Gekommen waren mehr als 100 Wissenschaftler, Regierungsvertreter und Künstlerorganisationen aus den USA, Paris, den Niederlanden und aus Deutschland um sich rund um den Status Quo und die Chancen der "Creative Industries" im 21. Jahrhundert auszutauschen. Auch ein Experte der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) war aus Genf in die Veranstaltung zugeschaltet. Den vier Hauptvorträgen folgten jeweils komplementäre Podiumsrunden mit Expertinnen und Experten aus der Forschung. Die Diskussionen und Erläuterungen führten zu einer regen Teilnahme des Publikums. Dabei wurde deutlich, dass in der Fachöffentlichkeit durchaus ein Bedürfnis nach Austausch über die theoretischen Grundlagen der Kultur- und Kreativwirtschaft besteht, denn dies stärkt und ergänzt auch die eigene Arbeit vor Ort.

Kultur- und Kreativwirtschaft als Wachstumsmotor

Gadi Oron, Generalsekretär des internationalen Dachverbands der Verwertungsgesellschaften für Musikurheber (CISAC, International Confederation of Societies of Authors and Composers) präsentierte "The first Global Map of Cultural and Creative Industries", die erste Weltkarte für die Kultur- und Kreativwirtschaft. In der Analyse wurden erstmals globale Daten zur Wirtschaftskraft aus allen Sektoren der Kultur- und Kreativbranche umfassend aufgeschlüsselt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft einen massiven Beitrag zur Weltwirtschaft leistet. Sie stellt zudem eine zentrale Antriebskraft für Wachstum und Beschäftigung dar, macht Städte attraktiver und verbessert die Lebensqualität sowohl in Industrieländern als auch in Schwellenländern. Die Gesamteinnahmen des Wirtschaftszweigs beziffert "Kulturzeit" mit 2.250 Milliarden US-Dollar - das entspricht 3 Prozent des Weltwirtschaftsprodukts. Durch ihre enorme Wirtschaftskraft sorgt die Kultur- und Kreativwirtschaft weltweit für 29,5 Millionen Arbeitsplätze.

Fazit

Im Ergebnis lassen sich die zentralen Erkenntnisse der Konferenzteilnehmer wie folgt bündeln: Quantitative Daten bleiben unverzichtbar, aber die qualitative Forschung sollte verstärkt werden. Wenn seit langem bereits die wirtschaftliche Dimension der Kultur- und Kreativwirtschaft im Mittelpunkt des Interesses steht, so muss jetzt auch die soziale und kulturelle Dimension des Sektors beachtet werden. Es könnte sein, dass gerade der amerikanische Ansatz hier weiterhilft, da dieser sehr stark auf die künstlerische und kulturelle Aktivität abhebt.