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25.6.2010

Rückblick: Netzwerker.Treffen Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland am 14. Juni 2010 in der UNION Halle Frankfurt

Regionalbüro Kultur- & Kreativwirtschaft: Netzwerker.Treffen Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland am 14. Juni 2010 in der UNION Halle Frankfurt

"Wir brauchen Kreativität!" Auf diesen einfachen Nenner brachte es Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie. Denn Kreativität sei die wichtigste Schlüsselkompetenz für unsere Volkswirtschaft, so Otto in seiner Eröffnungsrede bei der Vorstellung des neuen Regionalbüros des Kompetenzzentrums Kultur- & Kreativwirtschaft. Daher sei es auch wichtig - und ein erklärtes Anliegen der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung - die Leistungen der Kultur- und Kreativwirtschaft noch stärker sichtbar zu machen und kreative Gründerinnen und Gründer noch besser zu unterstützen. Die meisten der rund 150  Besucherinnen und Besucher, die zu der Veranstaltung in die UNION Halle in Frankfurt am Main gekommen waren, würden dies sicher unterstreichen.

Podiumsdiskussion

Auch die Vertreter der Länder - Steffen Saebisch, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung des Landes Hessen, Dr. Joe Weingarten, Abteilungsleiter im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz, Joachim Kiefaber, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft des Saarlandes - betonten in der anschließenden Diskussionsrunde die wachsende Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft. Auch wenn regionale Unterschiede und Traditionen verschiedene Schwerpunkte in den einzelnen Bundesländern erfordern, z.B. auf einzelne Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft, war man sich einig, dass es eine Reihe von Bereichen gibt, in denen gemeinsam die Rahmenbedingungen für die Branche verbessern werden könnten und sollten. Dringlich wäre beispielsweise ein besserer Zugang zu Venture Capital, die Anpassung bestehender Förderinstrumente an die Bedürfnisse der  Kreativbranche, weniger Bürokratie, erschwingliche Räume und Mieten für Kulturschaffende in den Ballungsgebieten und ein besser Zugang zu Breitbandtechnologien in ländlichen Regionen.

Einig war sich die Diskussionsrunde auch darüber, dass ein gutes Beratungs- und Vernetzungsangebot förderlich für die Branche ist: im Rahmen einer gemeinsamen Strategie, in die sich Bund, Länder und Kommunen sinnvoll mit bestehenden Angeboten einbringen können. Mit der Bundesinitiative sei ja ein guter Anfang "für eine Art Willkommensstruktur für Kreative" bereits gemacht, wie Staatssekretär Saebisch, der Vertreter des gastgebenden Bundeslandes Hessen, betonte. 

Regionalbüro Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Kompetenzzentrums Kultur- & Kreativwirtschaft

Der Mann hat Erfahrung. Norman Schulz hat Musik- und Politikwissenschaften studiert, ebenso Kultur- und Medienmanagement. Er hat in den Bereichen Kulturmarketing und Veranstaltungsmanagement gearbeitet und eine Agentur für Kulturmanagement gegründet. "Ich freue mich, dass ich meine ganzen Erfahrungen aus der Branche gebündelt in meine neue Aufgabe als regionaler Ansprechpartner einbringen kann", so Schulz. Zusammen mit Stefanie Bechert, Leiterin des Kompetenzzentrums Kultur- & Kreativwirtschaft des Bundes in Eschborn, stellte er die Arbeit des neuen Regionalbüros vor. Eine zentrale Aufgabe ist die Orientierungsberatung "in der Fläche", in der Kulturschaffende bei der Klärung erster unternehmerischer Ideen oder bei der Weiterentwicklung ihrer konkreten Geschäftsideen Unterstützung finden. Norman Schulz ist "vor Ort" und bietet Sprechtage in Kultur- und Kreativstandorten in Frankfurt, Darmstadt, Gießen, Kassel, Ginsheim-Gustavsburg, Saarbrücken, Trier, Koblenz und Mainz an.  

Podiumsdiskussion: Erfolgreich.Kreativ.Wirtschaften

Was bedeutet das: Erfolgreich.Kreativ.Wirtschaften? "Das Auskommen mit dem Einkommen haben" und dabei "das zu machen, was man machen möchte", so wurde die Frage in der zweiten Diskussionsrunde des Tages beantwortet. 
Teilnehmer waren zum einen drei erfolgreiche Kreativunternehmer: Kjetil Dahlhaus und Benedikt Kuhn von BEMBEL-WITH-CARE/APFELWEINKULTUR 2.0. Die beiden Diplomdesigner haben 2007 ein Unternehmen zum "Merchandising für Apfelwein und den Odenwald" gegründet und vertreiben via Internet  weltweit Apfelwein in Dosen. Sebastian Fleiter ist Mitgesellschafter der "Nachrichtenmeisterei", einer 2008 gegründeten Organisation von Kreativschaffenden in einem ehemaligen Industriekomplex in Kassel. Dort wurden unter einem Dach Fotographen, Produkt- und Graphikdesigner, Softwareentwickler und freischaffende Künstlerinnen und Künstler vereint, um Synergieeffekte für alle zu schaffen. Die zeigen sich beispielsweise in der Durchführung größerer Projekte oder der Nutzung des gemeinsamen Technikpools.

Zum anderen haben sich an der Diskussion Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Organisationen beteiligt. Dr. Karin Drda-Kühn vom Kultur und Arbeit e.V., Betreiber des Kulturwirtschaftsportals "verticult", Thomas Fabich vom RKW Hessen, Julia Riedel von "descom", dem Designforum Rheinland-Pfalz und Manuela Schiffner vom Kompetenzzentrum Kreativwirtschaft der Wirtschaftsförderung Frankfurt. Sie alle halten verschiedene Beratungs-, Coaching- und Förderangebote für Kreative und Kulturschaffende in der Region bereit. Eine Vision für die Kultur- und Kreativwirtschaft hatte die Diskussionsrunde: dass man 2020 ganz selbstverständlich über diese Branche spricht und nicht immer erst erklären muss, was denn die Kultur- und Kreativwirtschaft ist.