Branche
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Im Rahmen der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft hat die Bundesregierung eine Serie von Branchenhearings durchgeführt. Die folgenden Aspekte sind im Wesentlichen dem "Branchenhearing Buchmarkt" entnommen:
- Erhalt des stationären Buchhandels
In der Bundesrepublik gibt es ein nahezu flächendeckendes Angebot von Buchhandlungen. Dennoch ist der stationäre Buchhandel durch den Erfolg des Online-Vertriebs zunehmend in Bedrängnis geraten. Der Erhalt der Buchläden als "Grundausstattung einer kulturwirtschaftlichen Infrastruktur" (Michael Söndermann, Büro für Kulturwirtschaftsforschung) ist daher eng an bestimmte politische Rahmenbedingungen (z.B. Buchpreisbindung) geknüpft. - Neue Geschäftsmodelle
Der Buchmarkt erlebt vor allem durch die Digitalisierung des Buches starke Veränderungen. Digitalisierung und Internet fordern und ermöglichen neue Geschäftsmodelle, die die klassischen Rollen der beteiligten Akteure im Buchmarkt verändern: Der Verkauf von E-Books funktioniert anders als der Verkauf von Printprodukten. Neue oder modifizierte Geschäftsmodelle werden schon in vielfältiger Weise praktiziert. Wissenschaftsverlage verkaufen beispielsweise umfangreiche Quellenverzeichnisse an Bibliotheken oder bieten Flatrates für die Nutzung von Datenbanken an. - In Zukunft: Prosumenten
Vor allem jüngere Mediennutzer, die mit den digitalen Medien groß geworden sind ("Digital Natives") tragen zur Veränderung der Branche bei. Konsumenten und Produzenten wachsen stärker zusammen und sind nicht mehr nur Konsumenten eines Medienprodukts, sondern nehmen über die digitale Kommunikation zunehmend an dessen Konzeption und Produktion teil.
Unterstützung durch die Bundesregierung
- Deutscher Literaturfonds
Der Deutsche Literaturfonds ist eine Institution, die die deutschsprachige Gegenwartsliteratur in der Bundesrepublik überregional, marktunabhängig und ohne politische Vorgaben fördert. Die alleinige Verantwortung für Aufgaben, Ziele und Entscheidungen tragen sieben literarische Verbände, die den Fonds 1980 gegründet haben. Der Deutsche Literaturfonds wird mit Mitteln der Kulturstiftung des Bundes gefördert. - Deutscher Übersetzerfonds
Der Deutsche Übersetzerfonds e.V. wurde 1997 in Berlin gegründet, um eine qualitätsorientierte und bundesweit wirksame Übersetzerförderung aus öffentlichen und privaten Mitteln zu entwickeln. Der Deutsche Übersetzerfonds wird durch die Kulturstiftung des Bundes, die Kulturstiftung der Länder und das Auswärtige Amt gefördert. - Kurt-Wolff-Stiftung
Die Kurt-Wolff-Stiftung wurde im Oktober 2000 mit Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien errichtet. Ihr Ziel ist die Sicherung einer vielfältigen Verlagslandschaft als wesentlicher Bestandteil der nationalen kulturellen Identität, in der vor allem auch für kleine und junge Verlage Platz und Entfaltungschancen vorhanden sind. - Europäischer Rechtsrahmen für digitalisierte Werke
Internationalisierung und Globalisierung machen weitreichendere Ansätze erforderlich. Die Bundesregierung setzt sich für die Schaffung eines europäischen Wahrnehmungsrechts ein und will per europaweiter Lizenzierung durch Verwertungsgesellschaften die Urheberrechte digitalisierter Werke schützen.