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11.5.2010

EU-Grünbuch: Vorschläge zur Förderung der Kultur- und Kreativbranche erwünscht

EU-Grünbuch

Wie lässt sich der Zugang zu Kapital für Klein- und Kleinstunternehmen der Kreativbranche vereinfachen? Wie können Kultur- und Kreativindustrien Informations- und Kommunikationstechnologien nutzen? Wie kann man die Kultur- und Kreativwirtschaft mit der regionalen und lokalen Entwicklung verknüpfen? - Antworten auf diese und weitere Fragen erhofft sich die Europäische Kommission durch eine öffentliche Konsultation im Internet.

Angesprochen sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, Vertreter von Kommunal- und Regionalbehörden sowie europäischen Institutionen und die Wirtschafts- und Sozialpartner der Kultur- und Kreativindustrien. Ziel ist es, ein Grünbuch mit Empfehlungen und Good-Practice-Beispielen zu erstellen. Es soll dazu beitragen, EU-Programme und Politiken den Bedürfnissen der Kultur- und Kreativbranche anzupassen, um diese in der EU stärker zu fördern.

Wachstumsbranche: Kultur- und Kreativwirtschaft

Dabei kann sich die Kultur- und Kreativbranche (sie umfasst nach EU-Definition die Sparten darstellende Kunst, angewandte Kunst, Kulturerbe, Film, Fernsehen und Radio, Musik, Verlagswesen, Videospiele, neue Medien, Architektur, Design, Modedesign und Werbung) schon jetzt sehen lassen: Sie bietet laut Aussagen der EU fünf Millionen Menschen in der EU hochwertige Arbeitsplätze. Und sie trägt 2,6 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt der EU bei. Damit liegt sie über dem Beitrag vieler verarbeitender Industrien.

Dazu kommt: Die Kultur- und Kreativbranche (die EU-Kommission spricht auch von Kultur- und Kreativindustrien) wächst rascher als die meisten anderen Wirtschaftszweige. Als einen Grund für dieses Wachstum nennt die EU-Kommission die weltweite Digitalisierung der Medienlandschaft und die Geschwindigkeit der Verbreitung von modernen digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Sie eröffnen Kulturschaffenden immer neue Möglichkeiten, ihre Werke zu produzieren und frei von physischen und geografischen Einschränkungen einem größeren Publikum anzubieten. Nicht zuletzt tragen sie damit zu mehr Investitionen in Breitbandinfrastruktur und -dienstleistungen, in digitale Technologien sowie neue Unterhaltungselektronik und Telekommunikationsgeräte bei.