Direktlink:
Inhalt; Accesskey: 2 | Hauptnavigation; Accesskey: 3 | Servicenavigation; Accesskey: 4

Kultur- und Kreativwirtschaft

Die wirtschaftliche Entwicklung der Branche in 2008/2009

In dem jährlichen Monitoringbericht zur Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft werden diejenigen Kultur- und Kreativunternehmen erfasst, welche erwerbswirtschaftlich orientiert sind. Öffentlich-rechtliche Einrichtungen wie Rundfunkanstalten oder Theater sind hierbei nicht einbezogen.

Umsatzrückgang, aber Anstieg der Erwerbstätigkeit

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist deutlich moderater durch die Wirtschaftskrise gekommen als andere Wirtschaftsbranchen. Im Vergleich zum Jahr 2008 stieg die Zahl der Erwerbstätigen in der Branche leicht von einer Million auf rund 1,024 Millionen (1,8 Prozent). Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erhöhte sich von 763.000 auf rund 787.000. Der Umsatz in der Branche ist zwar - um 3,5 Prozent - auf 131,4 Milliarden Euro gesunken, damit war der Umsatzrückgang allerdings deutlich geringer als in der Gesamtwirtschaft (dort 8,5 Prozent). Der Umsatzanteil der Kultur- und Kreativwirtschaft an der Gesamtwirtschaft lag im Jahr 2009 bei 2,7 Prozent. In Folge der wirtschaftlich schwierigen Gesamtentwicklung in 2009 sank der Beitrag der Kultur- und Kreativwirtschaft zur Bruttowertschöpfung (BIP) auf knapp 63 Milliarden Euro im Vergleich zu geschätzten 65 Milliarden Euro in 2008.

Reaktion der Teilmärkte auf die Krise

Die Entwicklung in den elf Teilmärkten der Kultur- und Kreativwirtschaft verlief recht unterschiedlich. Während Kunstmarkt, Rundfunkwirtschaft, Designwirtschaft, Werbemarkt und die Software-/Games-Industrie stärker mit den Schwierigkeiten des Wirtschaftsjahrs 2009 zu kämpfen hatten, waren die Umsatzeinbußen in der Musik- und Filmwirtschaft, bei den Darstellenden Künsten und im Architekturmarkt eher marginal. Im Buchmarkt gab es sogar ein leichtes Umsatzplus - allerdings bei gleichzeitig massivem Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Der Beschäftigungsrückgang liegt aber in erster Linie an den strukturellen Veränderungen im Verlagswesen und im Buchhandel und ist nicht durch die konjunkturelle Entwicklung im Wirtschaftsjahr 2009 bedingt.

Die  Wachstumsträger

Während in einer klassischen Wirtschaftsbranche wie der Automobilindustrie 97 Prozent des gesamten Umsatzes von wenigen Großunternehmen erzielt wird, spielen in der Kultur- und Kreativwirtschaft weiterhin die "Kleinen" eine große Rolle. Selbständige Kulturschaffende und Kleinstunternehmen (lt. EU-Def.: bis zu 2 Mio. Euro Umsatz) erzielten im Jahr 2008 rund 27 Prozent des Gesamtumsatzes der Branche. Nimmt man den Anteil der Kleinunternehmen (lt. EU-Def.: bis zu 10 Mio. Euro Umsatz) hinzu, erreichen die "Kleinen" zusammen mit 43 Prozent einen bedeutenderen Umsatzanteil am Branchenumsatz als Großunternehmen (lt. EU- Def.: ab 50 Mio. Euro Umsatz). Deren Anteil liegt bei 41 Prozent.

Betrachtet man die wirtschaftliche Entwicklung im Zeitraum der Jahre 2006 bis 2008 so waren die Kleinunternehmen mit einem Umsatzplus von knapp 11 Prozent der wichtigste Wachstumsträger in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Auf dem zweiten Rang folgten die "Großen" mit einem Umsatzplus von 9,6 Prozent.

Quelle: Monitoring zu ausgewählten wirtschaftlichen Eckdaten der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland 2009. BMWi (Hrsg.) 2010.
Alle Kennzahlen 2009 beruhen auf vorläufigen Angaben und Schätzungen (Ausnahme: sozialversicherungspflichtig Beschäftige).