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29.10.2019 -

Was ist eigentlich … ein Spillover-Effekt? Experte für das Thema ist Prof. Dr. Udo Burchard von der Hochschule Trier. Sein Fachgebiet hier umfasst die Themen Sales & Marketing & Human Resources Management.

Einleitung

Was ist eigentlich … ein Spillover-Effekt?

Spillover-Effekt kommt aus dem Englischen: to spill, verschütten, und bezeichnet die Auswirkung eines Ereignisses auf ein anderes. Die volkswirtschaftliche Auslegung spricht von sogenannten externen Effekten. Es geht um die unkompensierte Auswirkung ökonomischer Entscheidungen auf Unbeteiligte, beispielsweise Flugpreise, die nicht mit berücksichtigen, welche Umweltkonsequenzen verursacht werden. Es gibt eine Marketing-Interpretation, die spricht von sogenannten Ausstrahlungseffekten, wenn zum Beispiel das Image eines Produktes eines Unternehmens auf ein anderes Produkt ausstrahlt, es kann eine positive oder eine negative Wirkung haben.

Die Auswirkung der Kultur- und Kreativwirtschaft betrifft beispielsweise den wirtschaftlichen Bereich. Mehrere Studien haben untersucht, inwieweit die Ansiedlung von kreativen Köpfen, beispielsweise in einer Region dazu führen, dass die Wirtschaft sich in dieser Region entwickelt, dass der Arbeitsmarkt sich entwickelt.

Es ist im Grunde eine dreigeteilte Wirkung. Zum einen haben wir die alleinige Präsenz der kreativen Köpfe, die dazu führt, dass eine Szene als attraktiver erlebt wird, was dann insgesamt attraktiver für Zuzüge ist, für die Anwerbung von neuem Arbeitskräftepotenzial, von neuen Mitbürgern. Aber sie bauen auch Netzwerke auf innerhalb einer Stadt, und so findet ein auch ein Übertragungseffekt in die Unternehmen hinein statt. Das heißt beispielsweise: Ein kreativer Designer findet dann vielleicht einen neuen Arbeitsplatz in der Industrie, an den er vorher gar nicht gedacht hat. Und es findet ein Wissens-Spillover statt dergestalt, dass eben auch insgesamt das Umfeld offener wird, innovativer wird und einfach eine neue Stimmung, ja, Kultur gegenüber Neuem entstehen kann, was dann dazu führt, dass nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Institutionen wie Hochschulen, wie kommunale Einrichtungen davon profitieren können. Da haben wir hier quasi einen Dreifach-Effekt.

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