Deutschlandkarte; Quelle: BMWi

Autoren und Kritiker dominieren den literarischen Rezensionsbetrieb. Zwei Drittel aller Besprechungen würdigen die Werke von Autoren. Männer schreiben überwiegend über Männer. Und ihnen steht ein deutlich größerer Raum für Kritiken zur Verfügung: Das sind drei Hauptergebnisse der Pilotstudie „Sichtbarkeit von Frauen in Medien und im Literaturbetrieb“ des Buchbranchenprojekts #frauenzählen, die in Kooperation mit dem Institut für Medienforschung an der Universität Rostock entstanden ist.

Im Laufe des Monats März 2018 wurden dazu 2036 Buchbesprechungen in 69 deutschen Medien in den Bereichen Print, Hörfunk und TV statistisch erhoben und sozialwissenschaftlich ausgewertet. „Aus den Studienergebnissen lässt sich ein struktureller Bias in den Medien ableiten, dem allerdings nicht nur Männer, sondern mitunter auch Frauen unterliegen“, so Nina George, Koordinatorin des Projekts #frauenzählen: „Die Überrepräsentanz des männlichen Blicks auf die Welt ist kein unbekanntes Symptom. Die Ergebnisse decken sich mit jenen anderer Studien zur Sichtbarkeit von Frauen in Medien.

„Autorinnen sind nicht nur im Rezensionsbetrieb unterrepräsentiert. Das betrifft auch Literaturpreise, Stipendien usw. Hier muss weiter nach den Ursachen geforscht werden. Gleichermaßen müssen sich aber auch die Verantwortlichen im Literaturbetrieb und in den Redaktionen in ihrem Selbstverständnis hinterfragen. Geschlechtergerechtigkeit ist eine Frage der Integrität unserer Gesellschaft“, so Carlos Collado Seidel, Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland.