Deutschlandkarte; Quelle: BMWi

Frauen sind an der Spitze von Kultureinrichtungen und Medienunternehmen, in Gremien und Jurys unterrepräsentiert. Das gilt auch für die Auszeichnung mit Preisen oder die Förderung von Projekten. Kulturstaatsministerin Grütters hat deshalb vor drei Jahren den Runden Tisch „Frauen in Kultur und Medien“ einberufen.

Für die Kulturstaatsministerin ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Gremien in ihrem Zuständigkeitsbereich inzwischen weitgehend paritätisch sind. Genauso selbstverständlich ist, dass bei der Besetzung von Spitzenämtern Frauen gleichermaßen wie Männer zum Zuge kommen und damit auch der Frauenanteil in Toppositionen der von ihr geführten Bundesbehörde kontinuierlich steigt bis Parität erreicht ist. Derzeit liegt der Anteil von Frauen auf Stellen mit Leitungsfunktion bei gut 40 Prozent.

Um weit in die Branche hineinzuwirken, hat der Deutsche Kulturrat als Anlauf- und Beratungsstelle 2017 das Projektbüro „Frauen in Kultur und Medien“ eingerichtet -auch das ein Ergebnis des Runden Tischs "Frauen in Kultur und Medien“. Hier finden Künstlerinnen und andere weibliche Kreative Unterstützung, wenn es um bessere Aufstiegschancen, mehr Mitsprache in Gremien und Jurys, faire Bezahlung und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht. Zu den Aufgaben des Projektbüros gehört die Umsetzung des ersten 1:1-Mentoring-Programms für Frauen, die Führungsaufgaben in Kultur und Medien anstreben. Karrierebewusste Künstlerinnen und Frauen aus dem Kultur- und Medienbereich bekommen profilierte Berufskolleginnen und -kollegen zur Seite gestellt, von deren Erfahrungsschatz und Netzwerk die Mentees profitieren. Staatsministerin Grütters bringt sich aktiv in das Programm ein und hat im ersten Durchgang selbst als Mentorin mitgewirkt. Zum anderen gibt das Projektbüro Datenreporte und Dossiers heraus.

Um die Datenlage weiter zu verbessern, hat Staatsministerin Grütters außerdem die Studie „Frauen in Kultur und Medien: Ein Europäischer Vergleich“ der Hertie School of Governance gefördert, die die Situation von Frauen in Kultur und Medien in sechs ausgewählten EU-Mitgliedstaaten untersucht, mit der Situation in Deutschland vergleicht und wirksame Maßnahmen für mehr Geschlechtergerechtigkeit identifiziert.

Ein großes Thema gerade auch in der Kreativbranche ist die Vereinbarkeit von Familie und Karriere. Die Kulturstaatsministerin setzt sich für eine familienfreundliche Ausgestaltung ihrer Stipendien und Förderungen ein. So wird im Fall der Villa Massimo mittlerweile auch Schul- und Kindergartengeld übernommen. Beim Studienzentrum Venedig wird eine zusätzliche Wohnung mit Atelier gefördert, die sich als Unterkunft für Stipendiatinnen und Stipendiaten mit Familien eignet. Kinderbetreuungskosten sind für FFA-geförderte Projekte als Herstellungskosten förderfähig, ebenso für Förderungen aus dem DFFF und dem German Motion Picture Fund.

Als Reaktion auf die #MeToo-Debatte über sexuelle Belästigung und Gewalt in der Kultur und Medienbranche, hat die Kulturstaatsministerin die Einrichtung einer unabhängigen Vertrauensstelle mit auf den Weg gebracht. Unter dem Namen Themis hat sie am 1. Oktober 2018 ihre Arbeit aufgenommen. Betroffene insbesondere aus der deutschen Film-, Fernseh- und Theaterbranche können dort juristische und psychologische Beratung von erfahrenen Fachleuten erhalten. Die Vertrauensstelle wird drei Jahre lang mit jeweils bis zu 100.000 Euro aus dem Haushalt der Kulturstaatsministerin gefördert.