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Bei der Verleihung des renommierten Otto Brenner Preises für kritischen Journalismus in Berlin hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Bedeutung des Qualitätsjournalismus unterstrichen. „Unsere Demokratie braucht ihre Wächter heute dringender denn je: die Journalistinnen und Journalisten, die ihr Berufsethos auch unter schwierigen Bedingungen hochhalten und sich dabei weder einschüchtern noch korrumpieren lassen. Das ist bitter nötig in Zeiten, in denen neue politische Kräfte in unserem Land mit diffamierenden Parolen danach trachten, das Vertrauen in die Medien zu erschüttern“, sagte Monika Grütters in ihrer Festrede vor rund 400 geladenen Gästen. Den kritischen Journalismus zu stärken, sei auch eine medienpolitische Aufgabe, so Grütters. Es brauche faire Rahmen- und Wettbewerbsbedingungen, um Qualitätsjournalismus erhalten und finanzieren zu können. „Die Verabschiedung der EU-Urheberrechtsrichtlinie ist dafür ein Meilenstein, insbesondere das Leistungsschutzrecht für Presseverleger und die Verlegerbeteiligung bei Verwertungsgesellschaften. Für beides habe ich mit Nachdruck geworben, und ebenso nachdrücklich werbe ich jetzt für eine zügige Umsetzung. Denn hier geht es um journalistische Qualität und mediale Vielfalt, und damit um den Kern unseres demokratischen Selbstverständnisses“, sagte die Staatsministerin weiter.

Die Verleihung des Otto Brenner Preises für kritischen Journalismus steht unter dem Motto „Gründliche Recherche statt bestellter Wahrheiten“. Ausgezeichnet werden Journalistinnen, Journalisten und Medienschaffende, die das Thema in ihren Beiträgen beispielhaft umgesetzt haben. Aus 561 Bewerbungen wählte die Jury die Preisträgerinnen und Preisträger in fünf Kategorien aus. Der erste Preis ging an das medienübergreifende Team um Oliver Schröm (Correctiv) und Christian Salewski (Panorama) für seine investigativen Recherchen zum „Cum-Ex“-Skandal.

Die Otto Brenner Stiftung (OBS) ist die Wissenschaftsstiftung der IG-Metall mit Sitz in Frankfurt am Main. Gegründet wurde sie 1972, dem Todesjahr des damaligen 1. Vorsitzenden der IG Metall, Otto Brenner.