Deutschlandkarte; Quelle: BMWi

Das neue vom Kompetenzzentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes veröffentlichte Themendossier nimmt unterschiedliche Geschäftsmodelle und Monetarisierungsansätze der Branche unter die Lupe. Der massive Umbruch durch die Corona-Pandemie wirkt sich unterschiedlich stark auf die verschiedenen Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) aus. Insbesondere wenig digitalisierte Brachen stehen unter hohem Adaptionsdruck.

Die Analyse verdeutlicht, dass gerade etablierte und (teil-)digitalisierte Geschäftsmodelle erfolgreicher durch die Corona-Krise kommen. Hervorzuheben sind Geschäftsbereiche im bereits digitalisierten Mediensegment wie beispielsweise Streamingplattformen sowie Geschäftsbereiche, die auf E-Commerce Strukturen übersetzen konnten. Deutlich komplizierter sind die Bedingungen für Bereiche der KKW, die fundamental auf physische Veranstaltungsformate setzen. Das gilt besonders für Kulturveranstaltungen und die darstellenden Künste. Dementsprechend variieren auch die Möglichkeiten, Einkommen zu generieren. Schnell nutzen Künstler*innen und Kultureinrichtungen etablierte Plattformen wie Facebook und Youtube als Bühne, um Publikumsreichweite zu generieren. In den meisten Fällen wurden diese Angebote jedoch kostenlos zur Verfügung gestellt. Zentrale Herausforderung bleibt daher der Aufbau einer tragfähigen Monetarisierungsstrategie.

„Zunächst gilt es, bestehende Strukturen und analoge Angebote zu erhalten, doch ist es für die Resilienz in der Kultur-und Kreativwirtschaft ebenso wichtig, auf die veränderten Bedingungen mit neuen Lösungen zu reagieren“, erläutert Johannes Tomm, Projektleiter des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. „Die Potenziale und die notwendige Innovationsbereitschaft sind in der Branche defintiv vorhanden, das sieht man an zahlreichen Projekten, die während der Pandemie umgesetzt wurden. Jetzt geht es darum, die Unternehmer*innen bei dieser Entwicklung bestmöglich zu unterstützen.“

Während der öffentlich geförderte Kulturbereich bei Transformationsprozessen von staatlichen Subventionen profitieren kann, haben es privatwirtschaftliche Akteurinnen und Akteure schwerer. Daher müssen, mit der kontinuierlichen Verlagerung der Medien- und Kulturwirtschaft ins Digitale, entsprechende Strukturen aufgebaut, weiterentwickelt und im Rahmen von Förderprogrammen begleitet werden.