Frau liest, Buch Bücher

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Wie steht es um die verlegerische Vielfalt auf dem deutschen Buchmarkt? Und wie könnte sie langfristig gesichert werden? Diesen Fragen geht die Studie „Aktuelle Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse im Bereich der Förderung verlegerischer Vielfalt auf dem Buchmarkt in Deutschland“ nach, die die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) Monika Grütters zum Welttag des Buches veröffentlicht hat.

Die Studie liefert erstmals eine umfassende wissenschaftliche Bestandsaufnahme der deutschen Verlags- und Buchbranche. Die gesamte Branche befindet sich der Studie zufolge in einem fundamentalen Strukturwandel. Denn nicht nur das Leseverhalten der Deutschen hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Auch der immer stärkere Wettbewerb mit neuen digitalen Angeboten, wie etwa Streaming-Diensten, setzt die Verlage zunehmend unter Druck.

„Die Zahlen zeigen deutlich, dass die kulturelle Vielfalt des Buchmarktes langfristig ernsthaft bedroht ist“, erklärte Kulturstaatsministerin Grütters mit Blick auf die Studienergebnisse. Die Verlage könnten sich künftig weit mehr den auflagenstarken Neuerscheinungen zuwenden, literarische Nischen könnten dabei auf der Strecke bleiben. Zwischen 2010 und 2018 mussten laut der Studie im Jahr durchschnittlich 1,5 Prozent der umsatzsteuerpflichtigen Verlage in Deutschland ihr Geschäft aufgeben. Bei den kleinen Verlagen mit einem Jahresumsatz von weniger als 100.000 Euro lag der Rückgang im selben Zeitraum sogar bei insgesamt 22 Prozent.