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Am 5. Juli fand um 14 Uhr das „Forum Kultur- und Kreativwirtschaft 2021“ als virtuelles Online-Event statt. Veranstalter war das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter Beteiligung des „Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes“. Im Mittelpunkt stand das Thema „Perspektiven 2022+ für die Kultur- und Kreativwirtschaft“.

Ziel des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) war es, gemeinsam mit den Teilbranchen den Blick in die Zukunft zu richten und über die Perspektiven für die Kultur- und Kreativwirtschaft über das Jahr 2022 hinaus zu diskutieren. Dabei sollten auch die Erfahrungen und Herausforderungen aus der Corona-Pandemie mit einfließen. Nicht zuletzt, weil die Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland gerade in der Pandemie erneut ihr hohes Innovationspotenzial gezeigt und mit vielen kreativen Ideen und Impulsen versucht hat, die Menschen durch diese Krise zu begleiten.

Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie (BMWi), begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Online-Forums.

Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie (BMWi), begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Online-Forums.

© BMWi/Andreas Mertens

Im Mittelpunkt des Forums standen zwei Diskussionsrunden. Im Folgenden stellen wir Ihnen die Wünsche und Forderungen der Diskussionsteilnehmer/-innen vor.

Panel-Diskussion „Aus der Krise in die Zukunft – Strategien für die Kultur- und Kreativwirtschaft“

Teilnehmer/-innen:

  • Dr. Daniela Brönstrup, Leiterin der Unterabteilung Telekommunikation, Medien und internationale Digitalpolitik im BMWi
  • Mona Rübsamen, Geschäftsführerin Flux FM
  • Dr. Olaf Arndt, Prognos AG und Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes
  • Kristian Jarmuschek, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Galerien und Kunsthändler e.V.
  • Olaf Zimmermann, Geschäftsführer Deutscher Kulturrat e.V.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) wurde von der Pandemie besonders schwer getroffen. War in den zehn Jahren vor der Pandemie noch ein stetiges Wachstum zu beobachten, verzeichnete die KKW 2020/2021 einen Umsatzverlust von 40 Mrd. Euro.

Einen deutlichen Schwerpunkt der Diskussion bildete daher zweifelsohne das Thema finanzielle Förderung. Die Diskutantinnen und Diskutanten forderten einhellig, die Anschubförderung sowie Überbrückungshilfe für krisengeschüttelte Solo-Selbständige, Kleinunternehmen und Unternehmen zu verstetigen und ergänzend dazu eine Gründungsoffensive in der Kultur- und Kreativwirtschaft zu starten. Wobei als wichtiger Erfolgsfaktor nicht nur die finanzielle Unterstützung, sondern auch die cross-sektorale Vernetzung mit anderen Branchen betont wurde. Nicht zuletzt, um das Innovations- Potenzial der KKW nutzbar machen, muss die Branche in sich und auch mit anderen Branchen vernetzt sein und werden. Das Bundeswirtschafts-ministerium kann hier mit seinen Erfahrungen wichtige Hilfestellung bei der Vernetzung zu mittelständischen Unternehmen, vor allem im Bereich der Digitalisierung, leisten.

Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor für Selbständige in der KKW: die Rahmen-bedingungen - insbesondere im Zusammenhang mit digitalen Formaten. Sei es die Fachkräfteabwanderung ins Ausland oder die Diskussion um das Urheberrecht. Aber auch bei den Themen Scheinselbständigkeit und soziale Absicherung gebe es noch viel zu tun. Darin waren sich die fünf Diskussionsteilnehmerinnen und -teilnehmer einig.

Einig waren sie sich auch darin, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) in der Öffentlichkeit, Wirtschaft und Politik noch stärker als bisher wahrgenommen werden solle. „Der KKW ein Gesicht geben und ihr Potenzial nutzbar machen.“ Dieser Forderung wird das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auch weiterhin im Rahmen der Initiative „Kultur- und Kreativwirtschaft“ nachkommen.

Panel-Diskussion „Aus der Krise in die Zukunft – Strategien für die Kultur- und Kreativwirtschaft“

Panel-Diskussion „Aus der Krise in die Zukunft – Strategien für die Kultur- und Kreativwirtschaft“

© BMWi/Andreas Mertens

Diskussion „Erlebnisraum City: Beiträge der Kultur- und Kreativwirtschaft zur Stadt von morgen“

Teilnehmerinnen:

  • Christine Berg, Vorstandsvorsitzende HDF Kino e.V.
  • Marie-Louise Berg, Vorstand Fashion Council Germany e.V.
  • Laura Bruns, stadtstattstrand
  • Julia Köhn, Projektleitung Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes
  • Pamela Schobeß, Vorstand LiveMusikKommission e.V.

Wie soll die Stadt von morgen aussehen? Noch ist es so, dass der Einzelhandel und seine Kundinnen und Kunden das Bild der Innenstädte prägen. Auch Kinos, Theater, Konzertsäle und weitere Veranstaltungsstätten gehören dazu. Dennoch: Ein „weiter so“ sei nicht mehr möglich, stellten die fünf Diskutantinnen fest. Nicht zuletzt der Trend zum wachsenden Onlinehandel wird die Innenstädte verändern.

Höchste Zeit also, die Städte der Zukunft zu planen. Wichtig sei dabei, alle denkbaren „Macher/-innen“ und Interessengruppen gemeinsam „an einen Tisch zu setzen“, um einen neuen und nicht-digitalen Erlebnisraum zu verhandeln und zu gestalten. Gerade die Kultur und Kreativwirtschaft kann dabei als Planungspartner neue Ideen einbringen. Warum sollte sich die Stadt zukünftig nicht als bunter, belebter, rund um die Uhr „geöffneter“, autofreier Ort präsentieren, der darüber hinaus eine Reihe von Experimentierräumen anbietet? Denn, so ein Ergebnis der Diskussionsrunde: Stadtentwicklung ist zu wichtig, als dass man sie den Immobilieninvestoren und Marktmechanismen überlassen kann. Das Ergebnis kann man heute in vielen Innenstädten sehen: hohe Mieten, Gentrifizierung und ein zunehmend unattraktiver Stadtraum.