Studienangebote, die speziell auf die unternehmerische Seite in der Kultur- und Kreativwirtschaft abheben, gibt es im Ausland schon länger. Beispielsweise bieten die City, University of London (PhD/MPhil "Culture and Creative Industries"), die Goldsmiths University of London (MA"Creative & Cultural Entrepreneurship") oder die University of Nottingham (MsC "Cultural Studies and Entrepreneurship") solche Studienmodelle an. In Deutschland sind derartige Ansätze zwar noch rar – aber sie nehmen zu.

Entrepreneurship Education

Viele Studiengänge rund um die Kultur- und Kreativwirtschaft führen in die berufliche Selbständigkeit. Für angehende Studierende ist daher bei der Auswahl ihrer Universität oder Hochschule nicht unwichtig zu wissen, welche zu ihren Studien- und Berufswünschen passt.

Der Förderkreis Gründungs-Forschung e.V. (FGF) listet regelmäßig alle Entrepreneurship-Lehrstühle. Ein "Lehrgebiet Kreativwirtschaft" wird hier zwar nicht rubriziert, aber der Schwerpunkt „Innovation“ wird ausgewiesen. Gerade mit dem Blick auf Cross-Innovation-Vorhaben können diese Studienangebote von Bedeutung für Kreative sein.

Der Gründungsradar des Stifterverbandes und der Heinz Nixdorf Stiftung vergleicht die Hochschulen in der Gründungsförderung und gibt Hinweise für die Entwicklung der Gründungskultur an deutschen Hochschulen. Hier lassen sich große, mittlere und kleine Hochschulen mit Blick auf die Intensität der Gründungsförderung vergleichen. Spitzenreiter des Gründungsradars 2018 sind die Technische Universität München bei den großen Hochschulen, die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg bei den mittelgroßen und die HHL Leipzig Graduate School of Management bei den kleinen.

  • Branchen: alle Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft
  • Weitere Informationen: Gründungsradar 2018. Wie Hochschulen Unternehmensgründungen fördern. Edition Stifterverlag (Hrsg.)


Leuphana-Universität Lüneburg

Gründungsqualifizierung an der Leuphana-Universität Lüneburg ist vor allem Sache der Leuphana Enterprise Academy. Sie bietet einführende Vorlesungen und vertiefende Seminare zu Entrepreneurial Skills (Gründungsmanagement), Ready Skills (z.B. Kommunikation, Ökonomik) sowie Business Functions (z.B. Human Resources, Marketing, Riskmanagement). Die Angebote der Leuphana Enterprise Academy stehen allen Studiengängen offen.

Zudem bietet die Leuphana Professional School seit 2018 den in Kooperation mit dem Goethe-Institut entwickelten „Master Arts and Cultural Management“. Das Programm bildet als englischsprachiges, berufsbegleitendes Fernstudium Kulturschaffende aus aller Welt für den Umgang mit Transformationsprozessen im kulturellen Sektor aus.

  • Branchen: alle Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft
  • Weitere Informationen: www.leuphana.de


Universität Hildesheim

Am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim werden Kulturpolitik, Kulturmanagement und Kulturverwaltung sowie Kulturvermittlung als integrale Bereiche der Studiengänge im Fachbereich für Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation zusammengefasst. Lehrangebote umfassen z.B. die Bachelor-Studiengänge „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“, „Szenische Künste“ und „Kulturpolitik im internationalen Vergleich“. Letzterer wird in Zusammenarbeit mit dem UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ durchgeführt. In Zusammenarbeit mit der Aix-Marseille Université wird außerdem ein bi-nationaler Studiengang „Kulturvermittlung / Médiation culturelle des arts“ angeboten, der mit dem deutsch-französischen Doppelmaster abgeschlossen wird.


Hochschule für Bildende Künste Braunschweig

Die HBK Braunschweig hat seit einiger Zeit bereits eigene Professionalisierungs-Module in ihre verschiedenen Studiengänge eingebaut: zum Übergang in die vertiefenden fachwissenschaftlichen Master-Studiengänge oder in die anschließende Berufstätigkeit. Professionalisierungsangebote gliedern sich in die Teilmodule "Gesellschaft und Wirtschaft", "Unterschiedliche Wissenskulturen", "Handlungsorientierte Angebote" und "künstlerisch/gestalterische Praxis". Konkret geht es dabei u.a. um Marketing, Medien- und Urheberrecht, Kreativitätstechniken, Projektplanung, Ausstellungstechnik und -organisation, Gesprächstechniken und ausgewählten Moderations- und Präsentationstechniken oder auch den Erwerb von Handlungskompetenzen, Medienkompetenzen sowie die Entwicklung der Fähigkeit, konzeptuell zu denken. Die Teilnahme an solchen Qualifizierungen ist für Bachelor-Studierende verpflichtend. Sie können allerdings aus dem Gesamtangebot Module wählen.

  • Branchen: Kunstmarkt, Darstellende Künste, Designwirtschaft (Kommunikationsdesign, Industrial Design)
  • Weitere Informationen: www.hbk-bs.de

 

Popakademie Baden-Württemberg
University of Popular Music and Music Business

Staatliche Hochschuleinrichtung für Populäre Musik für die Studiengänge "Musikbusiness" und "Popmusikdesign", „Weltmusik“, abgeschlossen wird mit dem Bachelor of Arts, und den Studiengängen „Popular Music" und „Music and Creative Industries", abgeschlossen mit dem Master of Arts.

Die Abschlüsse sind die im Range einer künstlerischen Hochschule des Landes Baden-Württemberg.


Beratung für gründungsinteressierte Studierende

Die folgenden kunst-, medien- und designorientieren Hochschulen (Auswahl) bieten Beratung sowie weitere Leistungen für gründungsinteressierte Studierende an:

  • Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
  • Universität der Künste Berlin
  • Kunsthochschule Berlin Weißensee
  • Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
  • Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd
  • Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung
  • Hochschule der Medien Stuttgart
  • Hochschule Pforzheim - Gestaltung, Technik, Wirtschaft und Recht
  • Hochschule für Musik und Theater München
  • Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main
  • Muthesius Kunsthochschule
  • Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  • Bauhaus-Universität Weimar
  • Popakademie Baden-Württemberg