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06.11.2014 -

Veranstaltung: Jahreskonferenz Kultur- und Kreativwirtschaft 2014

Einleitung

Jahreskonferenz 2014 - "Neue Verbindungen schaffen"

"Neue Verbindungen schaffen": So lautete das diesjährige Motto der Jahreskonferenz 2014 der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft. Mehr als 350 Kreativschaffende und Vertreterinnen und Vertreter aus anderen Wirtschaftszweigen, Politik und Verwaltung waren der Einladung der Initiative in das Kongresszentrum axica in Berlin gefolgt, wo am Vorabend bereits die Titelverleihung für die "Kultur- und Kreativpiloten Deutschland 2014" stattgefunden hatte. 

In ihrer Eröffnungsrede stellte die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Brigitte Zypries, die aktuellen Zahlen des Monitoringberichts zur Kultur- und Kreativwirtschaft für das Jahr 2013 vor. Die Branche zeige weiterhin eine erfreulich positive Entwicklung. "Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein Leitmarkt der Innovationspolitik der Bundesregierung. Innovationen sind ohne Kreativität nicht denkbar", so Zypries. "Wir wollen andere Wirtschaftsbranchen dafür gewinnen, das hohe Innovationspotenzial der Kreativwirtschaft zu erkennen und sich für neue Kooperationen zu öffnen."

Fragen zu den Chancen und Herausforderungen solcher Kooperationen sowie Beispiele für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von mittelständischen Wirtschaftsunternehmen und Akteuren der Kultur- und Kreativwirtschaft, standen denn auch im Zentrum der vielen Beiträge, Talkrunden und Workshops.

Das Spektrum der Möglichkeiten, derartige Kooperationen in Gang zu setzen ist breit: Matchmaking, Speed-Dating, Webplattformen und Wettbewerbe, die sich speziell an "Kreativ-Partnerschaften" richten (Bestform-Award) und Modellprojekte, in denen potentielle Kooperationspartner von Coaches "an die Hand genommen" und begleitet werden ("Copiloten"). Die Erfahrungen sind dabei nicht nur positiv. Einig waren sich die Diskutanten, dass solche Anbahnung zeitintensiv sei. Vertrauen brauche Zeit, gerade wenn die Partner aus "sehr unterschiedlichen Welten" kämen und häufig "nicht dieselbe Sprache sprächen". Daher wären auch grundsätzlichere, längerfristige Ansätze wünschenswert, um das Verständnis füreinander zu verbessern und den Dialog zwischen Kreativen und anderen Branchen zu befördern. Denkbare Instrumente:

  • Mehr "Kulturvermittler" in den Schulunterricht einbinden
  • Kreative Projekt- und Geschäftsideen in die Universitäten tragen
  • Vorreiter für erfolgreiche (Kreativ)Partnerschaften als Botschafter für die Sache einsetzen
  • Mit Hilfe wissenschaftlicher Unterstützung den Blick schärfen für das Thema und seine Bedeutung
  • Von Seiten der öffentlichen Hand den Kreativen "eine Heimat geben": Dazu gehöre, Freiräume und ein attraktives Umfeld zu schaffen, die freie Szene zu stärken, aber auch einen einfacheren Zugang zu Finanz- und Fördermitteln (insbesondere Kleinkredite) zu ermöglichen.

Sich weiterhin für bessere Rahmenbedingungen einzusetzen, versprach auch Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters in ihrer Rede: "Mein besonderes Augenmerk gilt den Künstlern und Kreativen, den Rahmenbedingungen, unter denen Kunst und Kultur gedeihen können." So seien die Kreativen nicht zuletzt die "Fackel, die die Anderen anzündet". Sofern diese entflammbar sind, sei hinzugefügt.

Dass das in der politischen Landschaft durchaus vorausgesetzt werden kann, belegten die Wertschätzungen der Kultur- und Kreativwirtschaft-Verantwortlichen aus Berlin, Hamburg und NRW. Die Kreativen seinen keinesfalls nur die "Dekorationsabteilung". Sie seien vielmehr der Schlüssel zu mehr Innovation. Ein Begriff übrigens, so Brigitte Zypries, über den im Bundeswirtschaftsministerium heftig nachgedacht werde, um die klassischen Fördertöpfe auch für die Kreativen zugänglich zu machen.

Es wurde aber nicht nur diskutiert auf der diesjährigen Jahreskonferenz der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft. Klassische Musik, präsentiert vom "Ensemble Ruhr", und die von der Musik inspirierte Lichtmalerei des "Kopffarben"-Teams - beide Teilnehmer des Wettbewerbs Kultur- und Kreativpiloten Deutschland - sorgten für Entspannungs-Inseln im inhaltlich dichten Tagungsprogramm.

Die Jahreskonferenz und die Titelverleihung "Kultur- und Kreativpiloten Deutschland 2014" wurden, wie auch im letzten Jahr, von Katty Salié moderiert.

Am Konferenz-Nachmittag war die aktive Mitarbeit aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefragt. Es ging in fünf Workshops darum, Antworten auf die Frage zu finden: Wie können erfolgreiche Kooperationen und Entwicklungspartnerschaften zwischen Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft und anderen Branchen sowie öffentlichen Förderinstitutionen geschaffen werden? Die konkreten Fragestellungen und Themen für die Workshops wurden im Vorfeld der Veranstaltung mit Hilfe des Online-Tools brabble (= Titelträger "Kultur-und Kreativpiloten 2014") ermittelt.

Workshop 1: Kunst trifft Wirtschaft und Wirtschaft trifft Kunst - 
Good Practice Beispiel "Insect Respect - Fliegen retten in Deppendorf"
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten durch den Unternehmer Dr. Reckhaus und die Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin vom "Atelier für Sonderausgaben" erfahren, wie in dem Unternehmen die Verbindung zwischen Kunst und Wirtschaft entstanden ist und welche Herausforderungen und Chancen es dabei gab.

Workshop 2:
Kreatives "Matchmaking" - Erfahrungen und Ergebnisse
In 10 Kurzpräsentationen à 6 Minuten stellten Wirtschafts- und Kulturförderer, Unternehmen und Initiativen Instrumente und Maßnahmen vor, die Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft mit anderen Branchen und Sektoren zusammenbringen sollten und konnten. Die Erkenntnisse und Lernerfahrungen aus diesen Projekten wurden gebündelt und als Praxishilfen zur Verfügung gestellt.

Workshop 3-5:
Crowd Thinking - Fragestellungen aus der Praxis zum "Matchmaking"
Im Zentrum der Workshops 3 bis 5 stand die Methode Crowd Thinking. Crowd Thinking ist ein systematisches Beratungsgespräch, bei dem die Erfahrungen und Ideen der Workshopteilnehmer aktiviert und kollegial auf die Problemstellung des zu Beratenden angewendet werden. Mittels einer vorgegebenen Struktur werden Rollen, Schritte und Zeit festgelegt, so dass unter Anleitung systematisch nach Anregungen und Lösungsideen gesucht werden kann, die den Fallgeber weiterbringen sollen. Mithilfe der Methode wurden drei konkrete Fragestellungen von drei der ausgezeichneten Kultur- und Kreativpiloten 2014 bearbeitet und die nächsten Schritte und Ansätze für die fallgebenden Kreativunternehmen erarbeitet.

Bereits zum fünften Mal in Folge hat in 2014 der bundesweite Wettbewerb "Kultur- und Kreativpiloten Deutschland" stattgefunden. Auch in der diesjährigen Runde des Wettbewerbs wurden wieder kreative Projektideen und Unternehmerpersönlichkeiten gesucht. Rund 870 Bewerbungen gingen bei den Organisatoren des Wettbewerbs, dem Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes und dem u-institut für unternehmerisches denken und handeln, Bremen, ein.

Am 5. November 2014 wurden nun in Berlin die 32 "Kultur- und Kreativpiloten Deutschland 2014" von Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, und von Dr. Günter Winands, Abteilungsleiter bei der Staatsministerin für Kultur und Medien, ausgezeichnet. Bereits am Nachmittag hatten beide die frisch gekürten "Piloten 2014" und einige erfolgreiche Titelträger aus den Vorjahren zu einem Werkstattgespräch getroffen um sich die prämierten Geschäftsideen und -projekte näher erläutern lassen.

3Steps aus Gießen, Armes Deutschland aus Berlin, Urban Intervention aus Hildesheim, oder der Verlag für Kurzes aus Potsdam: Das sind nur einige der diesjährigen Titelträger. Mit den Neuzugängen von 2014 gibt es nun mittlerweile ein bundesweites Netzwerk von 160 ausgezeichneten "Kultur- und Kreativpiloten", Kreativunternehmen, die stellvertretend für eine innovative Branche und auch für neue Arbeits- und Lebensformen stehen.

Musikalischer Show-Act der Preisverleihung war in diesem Jahr der Singer-Songwriter David Lemaitre, ein von der Initiative Musik der Bundesregierung geförderter Musiker. Und auch in diesem Jahr gab es wieder die Möglichkeit, die 32 Titelträger und ihre Projekt- bzw. Geschäftsideen an ihren Infoständen näher kennen zu lernen. Zum Ausklang der Veranstaltung hieß es wieder: "Date a Pilot"!

Der Wettbewerb ist ein Projekt der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung. Die Titelverleihung "Kultur- und Kreativpiloten Deutschland 2014" fand am Vorabend der Jahreskonferenz der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft statt. Beide Veranstaltungen wurden, wie auch im Vorjahr, von Katty Salié moderiert.

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