In dem jährlichen Monitoringbericht zur Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft werden diejenigen Kultur- und Kreativunternehmen erfasst, die erwerbswirtschaftlich orientiert sind. Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten oder Einrichtungen in der Trägerschaft von Ländern oder Kommunen (Theater, Veranstaltungsstätten usw.), werden nicht berücksichtigt.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft 2019: Beschäftigung

In Deutschland waren 2019 rund 1,8 Mio. Personen in der Kultur- und Kreativ-wirtschaft tätig. Dabei ist die Mehrheit (53 %) sozialversicherungspflichtig beschäftigt, über 258 Tausend (14%) waren als Freiberufler und Selbständige (über 17.500 EUR Jahresumsatz) tätig. Jeweils 16 % waren geringfügig beschäftigt bzw. als Mini-Selbständige (bis 17.500 EUR Jahresumsatz) tätig.

Die Teilmärkte: Wirtschaftliche Kennzahlen

Der größte Teilmarkt der deutschen Kultur-und Kreativwirtschaft nach Umsatz ist mit Abstand die Software-/Games-Industrie, die 2019 mit über 50 Mrd. EUR rund ein Viertel der Gesamterlöse und zudem die höchste Bruttowertschöpfung erzielte. Der Presse- und der Werbemarkt sind mit je rund 30 Mrd. EUR Umsatz der zweit-und drittgrößte Teilmarkt.

Die meisten Unternehmen (inkl. Einzelunternehmen) sind mit über 60.000 in der Designwirtschaft zu finden, gefolgt von der Software-/Games-Industrie und dem Architekturmarkt.
In der Software-/Games-Industrie sind mit 430.020 Personen mit deutlichem Abstand die meisten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten tätig. In der Werbung sind mit 94.676 Personen die meisten geringfügig Beschäftigten angestellt. Die meisten Selbständigen sowohl mit einem Jahresumsatz über 17.500 EUR als auch bis 17.500 EUR (Mini-Selbständige) arbeiten in der Designwirtschaft.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft im Branchenvergleich

Die Bruttowertschöpfung (BWS) ist die Kennzahl für den im Produktions- oder Leistungserstellungsprozess geschaffenen Mehrwert. Sie ergibt sich aus dem Ge-samtwert der erzeugten Waren und Dienstleistungen, abzüglich des Wertes der eingesetzten Vorleistungen. Die BWS in der Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) lag 2019 bei rd. 106,4 Mrd. EUR. Sie wuchs damit gegenüber dem Vorjahr um rund 3,6 Mrd. EUR bzw. 3,5 %. Die KKW liegt damit etwa auf dem Niveau des Maschinenbaus und vor anderen Branchen wie den Finanzdienstleistungen, der Energieversorgung oder der chemischen Industrie.

Kultur- und Kreativwirtschaft: Gesamtumsatz 2009 – 2020

Bis 2019 ist der Gesamtumsatz der Kultur-und Kreativwirtschaft innerhalb von zehn Jahren um rund 40 Mrd. EUR auf insgesamt 174,1 Mrd. EUR gewachsen. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 2,6 %.
Dieser positive Trend wird sich aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht fortsetzen: Für das Jahr 2020 ist mit deutlichen Umsatzverlusten zu rechnen: Laut Szenario-Analyse des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes könnte sich der Umsatz im mittleren Szenario um rd. 23 Mrd. EUR (-13 %) verringern, im gravierenden Szenario drohen Umsatzverluste von über 42 Mrd. EUR (-24 %).*

Auswirkungen der Pandemie auf die Teilmärkte

Die Teilmärkte der Kultur-und Kreativwirtschaft sind von der Covid-19-Pandemie unterschiedlich stark betroffen: Im mittleren Szenario liegen die Umsatzeinbußen zwischen -6 % und -36 %, im gravierenden Szenario zwischen -10 % und -75 %. Während in den Teilmärkten darstellende Kunst, Film, Kunst und Musik besonders starke Einbrüche zu erwarten sind, werden sich die Teilmärkte Architektur, Presse und Software/Games vermutlich deutlich belastbarer zeigen.

Quelle: Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft 2020. Kurzfassung. BMWi (Hrsg.) 2020
* Prognose 2020 auf Basis der Szenarien des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes vom 21.04.2020