Wirtschaftliche Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft

Der jährliche Monitoringbericht zur Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft erfasst erwerbswirtschaftlich orientierte Kultur- und Kreativunternehmen. Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten oder Einrichtungen in der Trägerschaft von Ländern oder Kommunen (Theater, Veranstaltungsstätten usw.) bleiben daher unberücksichtigt.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft 2020

In Deutschland waren im Jahr 2020 rund 1,81 Millionen Personen in der Kultur-und Kreativwirtschaft tätig (-1,3% gegenüber 2019). Dabei ist die Mehrheit (55%) sozialversicherungspflichtig beschäftigt, über 259.000 (14%) waren als freiberuflich Selbständige oder gewerbliche Unternehmerinnen und Unternehmer (über 17.500 EUR Jahresumsatz) tätig. 266.000 (15%) geringfügig Beschäftigte und rund 297.000 (16%) Mini-Selbständige (bis 17.500 EUR Jahresumsatz) sind in der Branche aktiv.

Durch die Corona-Pandemie hat die Kultur- und Kreativwirtschaft in 2020 einen Umsatzverlust von schätzungsweise 15,3 Milliarden Euro erlitten. Der Gesamtumsatz sank auf 160,4 Milliarden EUR (-8,7% gegenüber 2019). Damit wurde der positive Trend der letzten zehn Jahre mit durchschnittlichen Wachstumsraten von 2,6 Prozent vorläufig gestoppt.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft im Branchenvergleich

Die Bruttowertschöpfung (BWS) in der Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) lag 2020 bei rd. 94,6 Mrd. EUR. Sie liegt damit etwas über dem Niveau des Maschinenbaus und vor anderen Branchen wie den Finanzdienstleistungen, der Energieversorgung oder der chemischen Industrie.

Die Corona-Pandemie sorgte in der Kultur- und Kreativwirtschaft für einen Rückgang der Bruttowertschöpfung von 12,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit war die Branche etwas stärker betroffen als der Fahrzeugbau (-11,4%) und der Maschinenbau (-10,2%).

Die Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft

Der größte Teilmarkt der deutschen Kultur-und Kreativwirtschaft nach Umsatz ist mit Abstand die Software-/Games-Industrie. Sie erzielte 2020 mit über 50 Mrd. EUR 26 Prozent der Gesamterlöse und zudem die höchste Bruttowertschöpfung der Branche. Der Werbe- und der Pressemarkt sind mit je knapp 30 Mrd. EUR Umsatz der zweit- und drittgrößte Teilmarkt.

Mit einer Anzahl von über 60.000 sind die meisten Unternehmen (inkl. Einzelunternehmen) in der Designwirtschaft tätig, gefolgt von der Software-/Games-Industrie (43.094) und dem Architekturmarkt (37.827).

In der Software-/Games-Industrie sind mit 452.673 Personen die meisten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten tätig. Im Werbemarkt sind mit 83.424 Personen die meisten geringfügig Beschäftigten angestellt. Die meisten Selbständigen arbeiten in der Designwirtschaft.

Auswirkungen der Pandemie auf die Teilmärkte

Die Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft sind nach Umsatz unterschiedlich stark von der Pandemie betroffen: Die Darstellenden Künste (-81%), die Musikwirtschaft (-45%), die Filmwirtschaft (- 41%) und der Kunstmarkt (-39%) haben die stärksten Umsatzeinbrüche zu verzeichnen, während sich die Teilmärkte Architektur (-1%), Software/Games (-1%), Presse (-3%) und Buch (-3%) deutlich belastbarer zeigen.

Prognose Kultur- und Kreativwirtschaft 2021/2022

Nach Prognose des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft hat sich die Branche 2021 nur leicht (+2,7%) erholt. Aber bis auf die Musikwirtschaft, die Rundfunkwirtschaft und den Pressemarkt verzeichnen alle Teilmärkte zumindest ein Umsatzwachstum gegenüber dem Corona-Jahr 2020. Für das Jahr 2022 wird eine vorsichtige Annäherung an das Vorkrisenniveau prognostiziert, bei hohen Infektionszahlen durch die Pandemie drohen stagnierende Umsätze.

Quelle: Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft 2021.