In dem jährlichen Monitoringbericht zur Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft werden diejenigen Kultur- und Kreativunternehmen erfasst, die erwerbswirtschaftlich orientiert sind. Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten oder Einrichtungen in der Trägerschaft von Ländern oder Kommunen (Theater, Veranstaltungsstätten usw.), werden nicht berücksichtigt.

Weiterhin über eine Viertelmillion Unternehmen

Im Jahr 2017 hat die Unternehmenszahl in der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland zwar nur minimal auf ca. 254.700 zugenommen, aber seit dem Jahr 2012 ist die Zahl der Kreativunternehmen um durchschnittlich 0,7 Prozent pro Jahr gewachsen. Überdurchschnittlich hoch waren die Zunahmen in der Software- /Games- Industrie mit jährlichen Wachstumsraten von 4,1 Prozent, im Markt für darstellende Künste (3,3 Prozent), der Designwirtschaft (2,1 Prozent) und der Filmwirtschaft (0,8 Prozent). Alle anderen Teilmärkte bewegen sich unterhalb der branchendurchschnittlichen Entwicklung von 0,7 Prozent, bzw. haben sich negativ entwickelt. Insbesondere im Werbemarkt nahm die Zahl der Unternehmen ab (-3,2 Prozent/Jahr).

Gesamtumsatz weitgehend konstant bei über 158 Milliarden Euro

Nach einem deutlichen Umsatzanstieg im Vorjahr liegt der Umsatz der Branche für das Jahr 2017 bei schätzungsweise 158,6 Milliarden Euro. Mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate in Höhe von 2,0 Prozent für den Zeitraum 2012 bis 2017 ist die Umsatzentwicklung in der Kultur- und Kreativwirtschaft auch längerfristig positiv. Dabei ist die Entwicklung in den einzelnen Teilmärkten allerdings recht unterschiedlich. Sehr positiv haben sich insbesondere die Software-/Games-Industrie (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate 5,1 Prozent), die Rundfunkwirtschaft (4,7 Prozent), die Musikwirtschaft (4,5 Prozent), der Markt für darstellende Künste (4,4 Prozent) und der Architekturmarkt (4,2 Prozent) entwickelt. Etwas niedriger fällt das Umsatzwachstum im Werbemarkt (2,6 Prozent), der Designwirtschaft (0,9 Prozent) und der Filmwirtschaft (0,6 Prozent) aus. Buch-, Presse-, und Kunstmarkt verzeichnen negative jährliche Wachstumsraten in Höhe von -0,7, -1,3 und -1,5 Prozent.

Zahl der Erwerbstätigen steigt auf knapp 1,158 Millionen

In 2017 waren in der Kultur- und Kreativwirtschaft 1.157.683 Menschen als Freiberufler und Selbständige oder als abhängig Beschäftigte erwerbstätig. (Kernerwerbstätige). Der Anstieg um 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr geht hauptsächlich auf eine steigende Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse zurück und nur geringfügig auf eine Zunahme der Selbständigen. Damit hat die Kernerwerbstätigkeit in der Kultur- und Kreativwirtschaft zum wiederholten Male stärker zugelegt als in der Gesamtwirtschaft (2,3 Prozent).
Zählt man auch die geringfügig Erwerbstätigen hinzu, waren im Jahr 2017 fast 1,7 Millionen Menschen in der Kultur- und Kreativwirtschaft beschäftigt (Gesamterwerbstätige).

102,4 Milliarden Euro: Bruttowertschöpfung steigt weiter an

Die Bruttowertschöpfung in der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland erreichte im Jahr 2017 schätzungsweise 102,4 Milliarden Euro. Das ist ein rund zweiprozentiger Anstieg im Vergleich zum Jahr 2016, in dem ebenfalls ein außergewöhnlich hoher Anstieg verzeichnet werden konnte. Seit dem Jahr 2009 ist die Bruttowertschöpfung in der Kultur- und Kreativwirtschaft kontinuierlich angestiegen. Der Anteil der Bruttowertschöpfung am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland liegt aktuell bei 3,1 Prozent

Gründungsaktivitäten gehen zurück

Die Anzahl der Neugründungen ging im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Damit setzte sich der seit 2010 anhaltende Trend – ebenso wie in der Gesamtwirtschaft – fort. Die Gründungsdynamik in der Kultur- und Kreativwirtschaft unterscheidet sich deutlich nach Teilmärkten, wobei die Gründungstätigkeit stark auf vier Teilmärkte konzentriert ist, in denen fast zwei Drittel aller neuen Unternehmen entstehen: der Software- und Games-Industrie, der Designwirtschaft, dem Architekturmarkt und im Werbemarkt.

Mini-Selbständige in der Kultur- & Kreativwirtschaft

Bereits seit einigen Jahren hat sich in der Kultur- und Kreativwirtschaft, aber nicht nur dort, der Begriff der Mini- bzw. Soloselbständigen etabliert. Bei der konventionellen Beschäftigungsmessung in der Kultur- und Kreativwirtschaft werden diese Beschäftigungsverhältnisse nur teilweise über die geringfügig Tätigen erfasst. Als Mini-Selbständige werden im aktuellen Monitoringbericht Unternehmerinnen und Unternehmer bezeichnet, deren jährlicher Umsatz weniger als 17.500 Euro beträgt. Andere Kriterien, wie z.B. die Rechtsform des Unternehmens, spielen bei dieser Abgrenzung keine Rolle. Die Anzahl der Mini-Selbständigen in der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland betrug 2017 geschätzte 333.537 Erwerbstätige. Zwischen den Jahren 2009 und 2017 ist die Zahl der Mini-Selbständigen in der Kultur- und Kreativwirtschaft um über 40.000 gestiegen, was einem Zuwachs von 13,7 Prozent entspricht. Gesamtwirtschaftlich liegt die Zunahme in dem Zeitraum bei 14,3 Prozent. Damit wird deutlich, dass die Diskussion um Mini-Selbständige nicht nur in der Kultur- und Kreativwirtschaft eine Rolle spielt, sondern auch eine gesamtwirtschaftliche Relevanz hat.

Kultur- & Kreativwirtschaft als gesamtwirtschaftlicher Impulsgeber

Die Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland ist stark mit anderen Unternehmen verbunden. Rund 81 Prozent der Unternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft liefern Produkte oder Dienstleistungen an andere Unternehmen. Damit lässt sich der Rückschluss ziehen, dass Kultur- und Kreativleistungen häufig einen Beitrag zur Wertschöpfungskette anderer Unternehmen leisten können. Rund 79 Prozent der Industrieunternehmen geben an, in den vergangenen drei Jahren Kultur- und Kreativleistungen extern bezogen zu haben.

Quelle: BMWi (2018), Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft 2018. Kurzfassung. Berlin