Zahl der Unternehmen gewachsen

Die Zahl der Unternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft ist in Deutschland und in den meisten anderen europäischen Ländern im Zeitraum 2012 bis 2018 stetig gestiegen. Langfristig gab es außer in Griechenland (-11,7 Prozent) nur in Schweden (-1,3 Prozent) einen leichten Rückgang. Bemerkenswerte Zuwächse gab es zwischen 2012 und 2018 besonders in Estland, Litauen, der Niederlande, Polen, Slowakei, Slowenien und Zypern: in allen Staaten stieg die Anzahl der Unternehmen weit über 40 Prozent und im Falle Litauens sogar um fast 104 Prozent. Mit mehr als 208 Tausend Kultur- und Kreativunternehmen nimmt Italien 2018 den Spitzenplatz hinsichtlich der Unternehmenszahlen ein, gefolgt von Frankreich (207 Tausend) und Deutschland mit rund 203 Tausend Unternehmen. Langfristig ist die Zahl der Kreativunternehmen in Deutschland seit dem Jahr 2012 um 28 Prozent gestiegen.

Umsatzentwicklung positiv

Auch die Umsatzentwicklung fällt bei den meisten der betrachteten 25 Staaten positiv aus. Das größte Wachstum gibt es mit 120,3 Prozent in Zypern, das im Zeitraum 2012 bis 2018 seinen Umsatz in der Kultur- und Kreativwirtschaft mehr als verdoppeln konnte. Deutschland steht im Vergleich der Jahre mit einem Wachstum von 23,0 Prozent im Mittelfeld. Im Siebenjahresvergleich fallen neben Zypern die Länder Estland (+78,4 Prozent), Litauen (+77,8 Prozent), die Slowakei (+59,5 Prozent) und Bulgarien (+57,9 Prozent) besonders positiv auf. Griechenland (-9,1 Prozent) und Norwegen (-8,8 Prozent) hatten im Beobachtungszeitraum ein Minus bei der Umsatzentwicklung zu verzeichnen.

Wertschöpfung gestiegen

Die Bruttowertschöpfung ist seit 2012 in 23 der 25 Staaten gestiegen. Spitzenreiter sind die Zypern (+128,2 Prozent), Rumänien (+127,7 Prozent), Litauen (+112,3 Prozent), Bulgarien (+109,8 Prozent) und Estland (+71,6 Prozent). Die Kultur- und Kreativunternehmen im Vereinigten Königreich erzielen die größte Wertschöpfung der beobachteten Länder. An zweiter Stelle im Staatenvergleich 2018 steht Deutschland, das seine Wertschöpfung seit 2012 um mehr als 23 Prozent steigern konnte. Im langfristigen Verlauf gesunken ist die Bruttowertschöpfung der Kultur- und Kreativwirtschaft lediglich in Griechenland (-20,8 Prozent) und Norwegen (-8,4 Prozent).

Beschäftigungszuwachs in fast allen EU-Staaten

In allen betrachteten EU-Staaten ist die Zahl der Beschäftigten in der Kultur- und Kreativwirtschaft gestiegen. In Deutschland lag die Beschäftigtenzahl mit 1,33 Millionen in 2018 um 22 Prozent über dem Wert von 2012. Im langfristigen Vergleich zeigt die Slowakei die beste Entwicklung (+41,7 Prozent seit 2012). Ebenfalls große Beschäftigungszuwächse haben Zypern (+40,0 Prozent), Litauen (+38,3 Prozent), Polen (+31,7 Prozent) und Estland (+27,4 Prozent) im Zeitraum 2012 bis 2018 zu verzeichnen. (*)

(*) Anmerkung: hier sind nicht alle EU-Mitgliedstaaten erfasst. (EU-28 ohne Irland, Lettland, Luxemburg). Aufgrund einer abweichenden Datenbasis differieren die Werte für Deutschland im europäischen Vergleich von den übrigen Ergebnissen im Monitoringbericht.
Quelle: Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft 2020. Langfassung. Studie i.A. des BMWi 2020