Nach einer von der Europäischen Kommission herausgegebenen Studie arbeiten mehr als 12 Millionen Menschen, oder 7,5 Prozent aller Beschäftigten, im Kultur- und Kreativsektor (2013). Drei Millionen, bzw. 11,2 Prozent aller Unternehmen in den Mitgliedstaaten sind in der Kreativbranche aktiv und haben rund 5,3 Prozent zur Bruttowertschöpfung in der Europäischen Union (EU-28) beigetragen. (*)

Zahl der Unternehmen gewachsen

Die Zahl der Unternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft sind in Deutschland und in den meisten anderen europäischen Ländern im Zeitraum 2012 bis 2016 stetig gestiegen. Langfristig gab es außer in Griechenland (-1,2 Prozent) nur in Finnland (-0,4 Prozent) und in Italien (-1,7 Prozent) einen leichten Rückgang. Bemerkenswerte Veränderungen zeigten zwischen 2012 und 2016 besonders Estland, die Niederlande, Slowakei und Slowenien: in allen Staaten stieg die Anzahl der Unternehmen über 30 Prozent und im Falle Litauens sogar fast 74 Prozent. Frankreich erholte sich mit einem Wachstum der Unternehmenszahl von 5,3 Prozent teilweise von seinem Verlust von knapp 15 Prozent seiner Unternehmen im Jahr 2015. Das Land hatte 2016 mit etwa 211 Tausend Unternehmen - wie in den Vorjahren auch - die meisten Kultur- und Kreativunternehmen. In Deutschland wuchs die Unternehmenszahl 2016 um 0,8 Prozent und liegt damit 22,6 Prozent höher als im Jahr 2012.

Umsatzentwicklung positiv

Auch die Umsatzentwicklung fällt bei den meisten der betrachteten 25 Staaten positiv aus. Das größte Wachstum gibt es mit 13,2 Prozent in Zypern, das im Zeitraum 2012 bis 2016 seinen Umsatz in der Kultur- und Kreativwirtschaft beinah verdoppeln konnte. Deutschland steht im Vergleich der Jahre mit einem Wachstum von 14,7 Prozent im Mittelfeld. Im Fünfjahresvergleich fallen neben Zypern die Länder Bulgarien (+33,4 Prozent), Estland (+39,5 Prozent), Litauen (+42,6 Prozent) und die Slowakei (+30,9 Prozent) besonders positiv auf. Der Umsatz der Kultur- und Kreativwirtschaft im Vereinigten Königreich dagegen schrumpfte 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent. Deshalb fiel das langfristige Wachstum zwischen 2012 und 2016 unter die 30 Prozent Hürde. Mit einem Minus von 15 Prozent hatte Griechenland die schlechteste Umsatzentwicklung in den beobachteten fünf Jahren.

Wertschöpfung gestiegen

Die Wertschöpfung ist seit 2012 in 22 der 25 Staaten gestiegen. Spitzenreiter waren die Staaten Bulgarien (+59,1 Prozent), Estland (+42,1 Prozent), Litauen (+65,2 Prozent), Rumänien (+75,1 Prozent) sowie das Vereinigte Königreich (+40,6 Prozent). Auch wenn im Vereinigten Königreich auf das Boom-Jahr 2015 eine Abnahme der Wertschöpfung um knapp 12 Prozent folgte, erzielten die Kultur- und Kreativunternehmen 2016 im Vereinigten Königreich weiterhin die größte Wertschöpfung. An zweiter Stelle im Staatenvergleich 2016 steht Deutschland, das seine Wertschöpfung seit 2012 um etwa 15 Prozent steigern konnte.

Beschäftigungszuwachs in fast allen EU-Staaten

Bis auf Griechenland konnten alle betrachteten EU-Staaten seit 2012 einen Beschäftigungszuwachs in der Kultur- und Kreativwirtschaft verzeichnen. Erfreulich ist aber, dass es in Griechenland anscheinend eine Trendwende gibt: im Jahr 2016 waren wieder 9 Prozent mehr Menschen in der Kultur- und Kreativwirtschaft beschäftigt als noch im Vorjahr. In Deutschland lag die Anzahl an Beschäftigten 2016 mit 1,18 Millionen 8,6 Prozent über dem Wert von 2012. Litauen zeigt auch bei der Beschäftigtezahl eine der besten Entwicklungen (+ 30 Prozent seit 2012). Ebenfalls große Beschäftigungszuwächse gab es in Polen (+19,3 Prozent), Rumänien (+15,1 Prozent), der Slowakei (+23,4 Prozent) und im Vereinigten Königreich (+15,4 Prozent). (**)

(*) Boosting the competitiveness of cultural and creative industries for growth and jobs (2016)
Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist international nicht einheitlich klassifiziert. Zur Analyse der internationalen Aktivitäten der deutschen Kultur- und Kreativwirtschaft und für den Vergleich mit anderen Ländern werden unterschiedliche Datensätze herangezogen

(**) Anmerkung: hier sind nicht alle EU-Mitgliedstaaten erfasst. (EU-28 ohne Irland, Lettland, Luxemburg)
Quelle: Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft 2018. Langfassung. Studie i.A. des BMWi 2019