Zahl der Unternehmen gewachsen

Die Zahl der Unternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft ist in Deutschland und in den meisten anderen europäischen Ländern im Zeitraum 2012 bis 2017 stetig gestiegen. Langfristig gab es außer in Griechenland (-10,6 Prozent) nur in Italien (-0,3 Prozent) einen leichten Rückgang. Bemerkenswerte Veränderungen zeigten zwischen 2012 und 2017 besonders Estland, Litauen, die Niederlande, Slowakei und Slowenien: in allen Staaten stieg die Anzahl der Unternehmen weit über 30 Prozent und im Falle Litauens sogar um fast 89 Prozent. Während es in Frankreich in 2016 mit etwa 211 Tausend Unternehmen - wie in den Vorjahren auch - die meisten Kultur- und Kreativunternehmen gab, ist diese Zahl 2017 auf knapp 200 Tausend gesunken. Mit knapp über 206 Tausend Kultur- und Kreativunternehmen stehen nun Italien und Deutschland an der Spitze hinsichtlich der Unternehmenszahlen. Langfristig ist die Zahl der Kreativunternehmen in Deutschland seit dem Jahr 2012 um 30 Prozent gestiegen.

Umsatzentwicklung positiv

Auch die Umsatzentwicklung fällt bei den meisten der betrachteten 25 Staaten positiv aus. Das größte Wachstum gibt es mit 98,2 Prozent in Zypern, das im Zeitraum 2012 bis 2017 seinen Umsatz in der Kultur- und Kreativwirtschaft beinah verdoppeln konnte. Deutschland steht im Vergleich der Jahre mit einem Wachstum von 21,4 Prozent im Mittelfeld. Im Sechsjahresvergleich fallen neben Zypern die Länder Litauen (+59,3 Prozent), Estland (+57,8 Prozent), die Slowakei (+44,5 Prozent) und Bulgarien (+43,4 Prozent) besonders positiv auf. Norwegen (-10,3 Prozent), Griechenland (-9,5 Prozent) und Italien (-1,6 Prozent) hatten im Beobachtungszeitraum ein Minus bei der Umsatzentwicklung zu verzeichnen.

Wertschöpfung gestiegen

Die Wertschöpfung ist seit 2012 in 23 der 25 Staaten gestiegen. Spitzenreiter sind die Zypern (+107,5 Prozent), Rumänien (+102 Prozent), Litauen (+87,4 Prozent), Bulgarien (+78,6 Prozent), Estland (+56,1 Prozent) sowie das Vereinigte Königreich (+48,9 Prozent). Die Kultur- und Kreativunternehmen im Vereinigten Königreich erzielen 2017 die größte Wertschöpfung der beobachteten Länder. An zweiter Stelle im Staatenvergleich 2017 steht Deutschland, das seine Wertschöpfung seit 2012 um fast 18 Prozent steigern konnte. Im langfristigen Verlauf gesunken ist die Wertschöpfung der Kultur- und Kreativwirtschaft lediglich in Norwegen (-10,5 Prozent) und in Griechenland (-8,6 Prozent).

Beschäftigungszuwachs in fast allen EU-Staaten

Bis auf Griechenland (-9 Prozent) konnten alle betrachteten EU-Staaten seit 2012 einen Beschäftigungszuwachs in der Kultur- und Kreativwirtschaft verzeichnen. In Deutschland lag die Anzahl an Beschäftigten 2017 mit 1,25 Millionen um 14,4 Prozent über dem Wert von 2012. Im langfristigen Vergleich zeigt Litauen bei der Beschäftigtenzahl eine der besten Entwicklungen (+34,3 Prozent seit 2012). Ebenfalls große Beschäftigungszuwächse gab es in der Slowakei (+32,3 Prozent), in Polen (+24,5 Prozent) und in Zypern (+23 Prozent). (*)

(*) Anmerkung: hier sind nicht alle EU-Mitgliedstaaten erfasst. (EU-28 ohne Irland, Lettland, Luxemburg)
Quelle: Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft 2019. Langfassung. Studie i.A. des BMWi 2019