Navigation

Krankheit, Unfall und Alter

Einleitung

Die berufliche Selbständigkeit wird häufig als Drahtseilakt ohne Netz und doppelten Boden betrachtet. Dabei gibt es in Sachen persönlicher Absicherung eigentlich gute Möglichkeiten vorzusorgen. Einige davon sind sogar Pflicht.

Die Künstlersozialkasse (KSK) ist zuständig für die Künstlersozialversicherung (KSV). Über sie werden selbständige Künstler und Publizisten gesetzlich renten-, kranken- und pflegeversichert. Es handelt sich um eine Pflichtversicherung. Das heißt, wer die Voraussetzungen für die Aufnahme in die KSK erfüllt, muss sich dort auch versichern. Auf der Internetseite der KSK erfahren Sie, ob Sie zu den Personen gehören, die sich bei der KSK versichern müssen. Sie finden dort auch ein Antragsformular für die Aufnahme in die KSK.

Aufgabe der KSK ist es, die Künstler und Publizisten bei ihrer Kranken- und Pflegekasse und der gesetzlichen Rentenversicherung als KSK-Versicherte anzumelden. Als Versicherter der KSK zahlen Sie Ihre Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge an die KSK, die sie an die zuständigen Träger weiterleitet. Als Berufsanfänger können Sie wählen, ob Sie der gesetzlichen Krankenkasse beitreten oder sich bei einer privaten Krankenversicherung versichern möchten.

Der besondere Pluspunkt der Künstlersozialversicherung ist: Sie zahlen - wie ein Arbeitnehmer - nur etwa die Hälfte der Versicherungsbeiträge. Den anderen Beitragsanteil trägt die Künstlersozialkasse. Die hierfür erforderlichen Mittel werden aus einem Zuschuss des Bundes und aus der sog. Künstlersozialabgabe von Unternehmen finanziert, die künstlerische und publizistische Leistungen verwerten.
Die KSK informiert Sie ausführlich auf ihren Internetseiten und bietet telefonische Beratung an.
www.kuenstlersozialkasse.de

Übrigens: Künstler und Publizisten, die bei der Künstlersozialversicherung versichert sind, können auch eine sog. Riester-Rente abschließen. Dabei handelt es sich um die staatlich geförderte Altersvorsorge, bei der Sie schon bei einem geringen Eigenbeitrag Zulagen und Steuervorteile für Ihre Altersrücklage erhalten. Lassen Sie sich am besten dazu beraten, ob sich dieses Versicherungsmodell für Sie lohnt. Informationen dazu bieten zum Beispiel die Stiftung Warentest oder die Verbraucherzentrale in Ihrem Bundesland.

Sowohl für Freiberufler als auch für Gewerbetreibende ist je nach Branche eine Berufsgenossenschaft für die gesetzliche Unfallversicherung zuständig. Je nachdem, welche Tätigkeit Sie ausüben, müssen oder können Sie sich bei einer der Berufsgenossenschaften versichern. Fotografen müssen sich zum Beispiel in der Berufsgenossenschaft Druck- und Papierbearbeitung versichern. Künstler und Publizisten können sich dagegen freiwillig in der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft versichern.
Welche Berufsgenossenschaft für Sie zuständig ist und ob Sie sich dort versichern müssen, erfahren Sie bei der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft www.vbg.de oder der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung unter www.dguv.de

Wenn Sie sich nicht in einer Berufsgenossenschaft versichern müssen, können Sie auch eine private Unfallversicherung abschließen. Informationen dazu, was Sie bei der Auswahl einer Versicherung beachten sollten, bietet zum Beispiel die Stiftung Warentest oder auch die Verbraucherzentrale in Ihrem Bundesland.

Als Selbständige bzw. Selbständiger können Sie entweder Mitglied in einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung sein. Bei einem Wechsel in die private Krankenversicherung sollten Sie auf jeden Fall die damit verbundenen Vor- und Nachteile abwägen. Wenn Sie sich für ein privates Krankenversicherungsunternehmen entscheiden, haben Sie keine Möglichkeit mehr, in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukehren.

Informationen dazu, was Sie bei der Auswahl einer Versicherung beachten sollten, bietet zum Beispiel die Stiftung Warentest oder auch die Verbraucherzentrale in Ihrem Bundesland.

Als Versicherter der Künstlersozialkasse (KSK) zahlen Sie Ihre Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge an die KSK, die sie an die zuständigen Träger weiterleitet.

Ab 2019: Mindestbeitrag für Kleinselbstständige wird mehr als halbiert

Freiwillig versicherte Selbständige werden ab dem kommenden Jahr bei den Mindestbeiträgen den übrigen freiwillig Versicherten in der GKV gleichgestellt (einheitliche Mindestbemessungsgrundlage 2019 für freiwillig Versicherte und Selbständige: 1.038,33 Euro). Damit verringert sich der Mindestbeitrag für hauptberuflich Selbständige erheblich (statt ca. 360 Euro ca. 156 Euro Mindestbeitrag).

Zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung über die Künstlersozialversicherung oder anstelle der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es folgende Möglichkeiten, für das Alter vorzusorgen:

Berufsständische Versorgungswerke

Angehörige der verkammerten freien Berufe, wie beispielsweise Architekten, müssen sich in ihrem berufsständischen Versorgungswerk versichern. Außerdem gibt es in einigen Bundesländern berufsständische Pflicht-Versorgungswerke, beispielsweise für Ingenieure. Informieren Sie sich am besten bei Ihrem Berufsverband, welches Versorgungswerk für Sie zuständig ist und ob Sie sich dort versichern müssen oder können.

Versorgungswerk der Presse

Journalisten und andere Medienschaffende können hier zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung freiwillig für ihr Alter vorsorgen.

Erwerbs- bzw. Berufsunfähigkeit

Erkundigen Sie sich auch, ob die Absicherung nur der Altersvorsorge dient oder auch der Vorsorge im Fall von Erwerbs- bzw. Berufsunfähigkeit. Ist dies nicht der Fall, ist es sinnvoll eine private Erwerbs- bzw. Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Informationen dazu, was Sie bei der Auswahl einer Versicherung beachten sollten, bietet zum Beispiel die Stiftung Warentest oder auch die Verbraucherzentrale in Ihrem Bundesland.

Übrigens: Mit der staatlich geförderten Basis-Rente (auch "Rürup-Rente" genannt) können auch die Angehörigen der verkammerten freien Berufe zusätzlich zur Rentenversicherung über ihre Kammer für ihr Alter vorsorgen. Lassen Sie sich am besten dazu beraten, ob sich dieses Versicherungsmodell für Sie lohnt.

Wenn Sie weder künstlersozialversichert noch über ein berufsständisches Versorgungswerk pflichtversichert sind oder sich dort nicht versichern können, können Sie sich auch freiwillig bei der gesetzlichen Rentenversicherung versichern. Die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung deckt für den Selbständigen aber in der Regel nur eine Grundversorgung ab. Um im Alter ausreichend abgesichert zu sein, sollten Sie daher für weitere Rücklagen sorgen, zum Beispiel durch Sparverträge oder eine private Rentenversicherung. Informationen dazu, was Sie bei der Auswahl einer Versicherung beachten sollten, bietet zum Beispiel die Stiftung Warentest oder auch die Verbraucherzentrale in Ihrem Bundesland.

Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie sich auch in der Arbeitslosenversicherung weiterversichern. Sie müssen dazu u.a. vor Aufnahme ihrer selbständigen Tätigkeit innerhalb der letzten 24 Monate mindestens 12 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein. Der Antrag muss innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der selbständigen Tätigkeit bei der Agentur für Arbeit gestellt werden. Mehr Informationen dazu gibt es im Existenzgründungsportal des Bundeswirtschaftsministeriums.

Weiterführende Informationen