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Steuern und Finanzamt

Einleitung

Das Thema "Steuern" gehört nicht gerade zu den Lieblingsthemen eines Selbständigen. Aber es gibt einige Basisinfos, die Sie auf jeden Fall wissen sollten. Zum Beispiel darüber, was es mit den verschiedenen Steuerarten auf sich hat, was die Kleinunternehmerreglung bedeutet und welche Pflichten Sie gegenüber dem Finanzamt haben. Für alle weiteren steuerlichen Fragen sollten Sie auf jeden Fall - bevor Sie sich selbständig machen - einen Steuerberater hinzuziehen.


Diese Steuerarten sollten Sie kennen:

  • Umsatz- bzw. Vorsteuer und die dazu gehörige Kleinunternehmerregelung
  • Einkommensteuer
  • Gewerbesteuer (nur für Gewerbetreibende, nicht für Freiberufler)
  • Körperschaftsteuer (nur wenn Sie eine Kapitalgesellschaft wie GmbH, UG, AG gründen)
  • Lohnsteuer (nur wenn Sie Mitarbeiter beschäftigen)

Als gewerblicher Gründer (z.B. Galerie, Softwareunternehmen) erhalten Sie den "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" automatisch nach der Gewerbeanmeldung von Ihrem Finanzamt. Als freiberuflicher Gründer (z.B. Autor, bildender Künstler) müssen Sie selbst Kontakt mit dem Finanzamt aufnehmen. Den Fragebogen können Sie aber auch schon vorab im Internet ausfüllen. Das Bundesministerium der Finanzen bietet in seinem Formularcenter u.a. diesen Fragebogen mit einer gut verständlichen Ausfüllhilfe an.

Wozu gibt es diesen Fragebogen?
Das Finanzamt benötigt Ihre Angaben, um Sie steuerlich "einzuordnen". Beispielsweise berechnet es auf Grundlage Ihres voraussichtlichen Gewinns die Vorauszahlungen für die Einkommen- und Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag und nennt Ihnen die Fälligkeitstermine. Die Vorauszahlungen können Sie auf Antrag beim Finanzamt Ihrer tatsächlichen Gewinnentwicklung anpassen lassen. 
Nach der Bearbeitung Ihres "Fragebogens zur steuerlichen Erfassung" teilt Ihnen das Finanzamt Ihre Steuernummer für die Einkommensteuer mit. Falls Sie sich nicht für die Kleinunternehmerregelung entschieden haben (bei der Sie keine Umsatzsteuer abführen), wird auch eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-ID) vergeben. Die Einkommensteuernummer sowie die USt-ID müssen Sie auf Ihren Briefen, Rechnungen und im Impressum Ihrer Webseite angeben.

In dem Fragebogen müssen Sie auch Angaben zu Ihren voraussichtlichen Umsätzen und Gewinnen beantworten. Preisfrage: Kennen Sie den Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn? Falls nicht, hier ist die Antwort:

Umsatz (= Summe aller Erträge, die Sie über den Verkauf Ihrer Produkte und Leistungen erzielen)
- alle anfallenden Kosten
= Gewinn oder Verlust

Versuchen Sie, Ihre Umsatz- und Gewinnerwartungen realistisch einzuschätzen. Kalkulieren Sie dabei nicht zu knapp, um größere Steuernachzahlungen im Folgejahr zu vermeiden. Ändern sich Ihre Planungen nach Aufnahme Ihrer Tätigkeit, sollten Sie dies auch Ihrem Finanzamt mitteilen.

Da Gewinne in der Startphase eher mäßig ausfallen oder sogar Verluste "eingefahren" werden (z.B. durch Investitionen), fallen bei den meisten selbständigen Kreativen kaum oder keine Einkommen- oder Gewerbesteuer an. Wenn die Gewinne dann steigen - erfahrungsgemäß spätestens im dritten oder vierten Jahr -, werden Einkommensteuer bzw. Gewerbesteuerzahlungen fällig. Achtung: Die zu zahlenden Steuerbeträge sind dann im Vergleich zu vorher oft drastisch höher.

Ziehen Sie einen Steuerberaterin oder einen Steuerberater zu Rate, bevor Sie sich selbständig machen. Er hilft Ihnen Fehler zu vermeiden und nimmt Ihnen die steuerliche Arbeit ab. Lassen Sie sich am besten einen Steuerberater empfehlen und achten Sie darauf, dass die "Chemie" zwischen Ihnen stimmt. 
Übrigens: Auch das Finanzamt hilft bei der Klärung steuerlicher Fragen. Es kann allerdings keine tiefgehende individuelle Beratung vergleichbar zu einem Steuerberater leisten. Für die Erteilung einer verbindlichen Auskunft muss außerdem eine Bearbeitungsgebühr entrichtet werden.

Gut zu wissen:
Das Bayerische Finanzministerium gibt eine Broschüre "Steuertipps für Künstler" heraus. Die Broschüre steht als Download im Internet zur Verfügung oder kann kostenlos bestellt werden.

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