Navigation

Zahlungsprobleme und Krisen

Einleitung

Finanzielle Engpässe können schnell entstehen, wenn Ihre Auftraggeber die Rechnung nicht bezahlen, unerwartete Ausgaben auf Sie zukommen oder Ihnen der Überblick über anstehende Einnahmen und Ausgaben fehlt.

Die Folge ist: Fällige Rechnungen für Material, Versicherungen, Steuern oder Miete können nicht oder nur zum Teil bezahlt werden. Ihre berufliche Selbständigkeit bzw. Ihr Unternehmen ist gefährdet. Was tun?

Wie viele "flüssige" Mittel haben Sie in der nächsten Zeit zur Verfügung, um bestimmte Ausgaben zu tätigen? Wie weit ist der Dispositionskredit ausgeschöpft? Ist noch "Luft" drin? Gibt es im privaten Bereich Mittel, die Sie einsetzen können, um die finanzielle Notlage zu beheben. Stellen Sie fest, wann Sie mit der Bezahlung Ihrer Forderungen rechnen können. Wie hoch sind die Außenstände? Und bis wann wiederum müssen Sie spätestens Ihre Rechnungen bezahlen?

Erstellen Sie eine Prioritätenliste. Welche Verbindlichkeiten müssen Sie möglichst zeitnah bezahlen? Welche Zahlungen sind für das unmittelbare Überleben des Unternehmens wichtig? Was passiert, wenn Sie diese Rechnungen nicht begleichen? Die wichtigsten Gläubiger, um die Sie sich kümmern müssen, sind das Finanzamt, die Sozialversicherungsträger - wenn Sie Mitarbeiter haben - und der Vermieter.

Um ausstehende Zahlungen zu stunden (oder ggf. für einen Vergleich) sollten Sie offen mit Ihren Gläubigern über Ihre Lage sprechen. Erläutern Sie ihnen die Ursache der aktuellen Krise und machen Sie am besten durch eine Liquiditätsplanung deutlich, wann und wie sich Ihre Lage bessern wird. Wichtig ist, dass Sie für Ihre Gläubiger erreichbar bleiben und nicht etwa untertauchen, um auf diese Weise die Lage zu verschleiern. Sie sollten vielmehr umgekehrt aktiv werden und Ihre Gläubiger anrufen. Das gilt übrigens auch für Ihre Bank, oder Sparkasse. Ein offenes Gespräch stärkt das Vertrauen.

Kurze, vorübergehende finanzielle Engpässe ("Liquiditätsschwierigkeiten") können Sie in der Regel über einen Kontokorrent-Kredit Ihrer Bank oder Sparkasse überbrücken.

Überlegen Sie auch, ob Sie ausstehende Forderungen mit Hilfe eines Inkasso-Unternehmens eintreiben wollen. Lassen Sie sich Ihre Verbindlichkeiten bei Bank, Sparkasse und Lieferanten, Krankenkasse, Finanzamt ggf. stunden. Denken Sie auch daran, Ihre Vorauszahlungen an das Finanzamt herabsetzen zu lassen.

Zeichnen sich längerfristige finanzielle Engpässe ab, sollten Sie auf jeden Fall eine geeignete Beratung durch die Industrie- und Handelskammer, Unternehmensberater oder ggf. auch Schuldnerberatungsstellen in Anspruch nehmen.

Schuldnerberatungsstellen bieten zum Teil auch Beratung und Hilfe für Inhaber verschuldeter Klein-Unternehmen an. Erkundigen Sie sich bei der für Sie zuständigen Schuldnerberatung vor Ort. Die Adresse finden Sie zum Beispiel auf der Webseite der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung e.V.

Das neue Förderprogramm "Förderung unternehmerischen Know-hows" bietet Zuschüsse zu Beratungskosten an. Es richtet sich an

  • junge Unternehmen, die nicht länger als zwei Jahre am Markt sind (Jungunternehmen)
  • Unternehmen ab dem dritten Jahr nach der Gründung (Bestandsunternehmern)
  • Unternehmen, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden - unabhängig vom Unternehmensalter (Unternehmen in Schwierigkeiten)

www.existenzgruender.de

Arbeitslosengeld II
Wenn Sie während Ihrer beruflichen Selbständigkeit hilfebedürftig werden, besteht die Möglichkeit, das Arbeitslosengeld II zu beantragen. Bei der Prüfung, ob und in welcher Höhe Ihnen das ALG II zusteht, ist Ihr Einkommen und das Einkommen anderer in der Bedarfsgemeinschaft lebenden Personen zu berücksichtigen.
Weitere Informationen erhalten Sie über das Infotelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Infotelefon zur Arbeitsmarktpolitik und -förderung
Tel.: 030-221 911 003

Weiterführende Informationen