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Family, Bank oder Crowd: Projektfinanzierung

Einleitung

Die Entwicklung einer neuen App. Die Vorbereitung einer Ausstellung. Oder das Einspielen eines Musik-Albums. Um welches Kreativ-Projekt es auch immer geht: In der Regel müssen vorab viele Dinge angeschafft und/oder Dienstleistungen bezahlt werden.

Möglichkeiten der Projektfinanzierung sind:

Family, Friends & Fools

Die Unterstützung durch Familie, Freunde und „Fools“ spielt gerade bei kleinen Kreditsummen eine große Rolle. Um vor allem die emotionale Belastung für alle Beteiligten möglichst gering zu halten, sollten Sie schriftliche Regelungen zu Höhe, Laufzeit und Rückzahlung der Privatdarlehen treffen. Klären sollten Sie auch, was geschieht, wenn ein Darlehen nicht zurückgezahlt werden kann. Sinnvoll ist es zudem, den benötigten Betrag auf mehrere Schultern zu verteilen, um die Belastung für die einzelnen Gläubiger möglichst gering zu halten. 

Privatpersonen werden im Übrigen nicht selten auch als Bürginnen oder Bürgen herangezogen, um Darlehen bei Banken zu beantragen. Auch hier sollte ein schriftlicher Bürgschaftsvertrag, möglichst unter Zuhilfenahme einer Anwältin oder eines Anwalts bzw. einer Notarin oder eines Notars, abgefasst werden.

Die Kaution und Miete für Studio oder Atelier, die Anschaffung von technischem Equipment, Instrumenten, Arbeitsmaterialien usw. sind teuer. Doch um professionell arbeiten zu können, brauchen Sie eine qualitativ hochwertige Ausstattung. Zur Finanzierung können Sie einen Kredit bei Ihrer Bank oder Sparkasse beantragen. 

Das erwartet Ihre Bank

  • Eine überzeugende Beschreibung, dass Ihr Projekt/Vorhaben nicht nur in künstlerischer bzw. kultureller Hinsicht, sondern vor allem auch wirtschaftlich ein Erfolg sein wird. Sie müssen deutlich machen, dass Sie ausreichend Geld erwirtschaften werden, um den Kredit zurückzuzahlen. Das ist alles andere als einfach - auch für Selbständige in anderen Branchen.
  • Eigenkapital: In der Regel erhalten Sie nur dann einen Kredit von der Bank, wenn Sie auch bereit sind, eigenes Geld zu investieren. Zum Eigenkapital gehören Ihr Erspartes, das Sie in Ihre Selbständigkeit investieren. Wenn Sie bereits selbständig sind, gehört dazu nicht nur Ihr persönliches Vermögen, sondern auch der Gewinn, den Sie mit Ihrer Selbständigkeit bzw. Ihrem Unternehmen erzielen. Darüber hinaus gehören auch Gegenstände zum Eigenkapital, beispielsweise Ihr technisches Equipment, Instrumente u.a. Der Anteil des Eigenkapitals sollte möglichst bei 20 Prozent oder darüber liegen.
  • Sicherheiten, die die Bank verwerten kann, wenn Sie nicht in der Lage sein sollten, ihren Kredit zurückzuzahlen. Als Sicherheiten gelten bspw. Lebensversicherungen, hochwertige Musikinstrumente, technische Geräte, Fahrzeuge, Immobilien. Als Alternative kommen Bürgschaften von Privatpersonen oder der Bürgschaftsbanken in Frage.

Eigenkapital durch Crowdfunding

Banken gehen verstärkt dazu über, Geld, das über Crowdfunding, bzw. über Equity Based-Crowdfunding akquiriert wurde, als Eigenkapitalanteil für die Gewährung von Bankkrediten zu akzeptieren. Hier lohnt sich eine Nachfrage bei Ihrer Hausbank.

Crowdfunding kann für viele freiberufliche Kreative und Medienschaffende eine gute Möglichkeit sein, das notwendige Startkapital für ein Projekt oder Werk zu bekommen. Lesen Sie mehr dazu hier.

Hinweis: Wenn Sie die Absicht haben, mit Ihrer kreativen Arbeit Geld zu verdienen, spricht das Finanzamt in der Regel von einer Gewinnerzielungsabsicht. Das bedeutet, Sie müssen Ihre freiberufliche oder gewerbliche Tätigkeit anmelden und Ihre Einnahmen versteuern.

Weiterführende Informationen